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Kalender in Gestalt einer kleinen Büchse mit Kurbel

Ident. Nr.: K 4701

ObjID: obj:906290

Details (expert)

Date(s)
Mitte 16. Jahrhundert
Geographical references
Entstehungsort stilistisch: Deutschland
Dimensions
Höhe x Durchmesser: 3 x 2 cm

Object Description

"Zylindrische silberne Kapsel mit einer Kurbel zum Aufwickeln des an der Achse befestigten Pergamentstreifens, der durch einen Schlitz in der Wandung herausläuft. Die Kapselwandung ist mit zwei eingravierten gegenständigen grotesken Fischen mit Blattflossen verziert. Auf dem Deckel und dem Boden ein Stern. Auf dem Pergamentband: der Jahreskalender mit Wochentagsbuchstaben, den Tagesheiligen und den Monatsdaten in schwarzer, roter und blauer Schrift. Auf der einen Seite die Monate von Januar bis Juni, auf der anderen Seite Juli bis Dezember. Die Schreibweise der Titel der Heiligen weist auf Süddeutschland oder Österreich als Enstehungsgebiet des kleinen Werkes hin."
aus T. Hausmann, Alte Uhren, KGM Berlin 1979, Kat. Nr. 32
MAKR

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa