Poire
Ident. Nr.: SSG 81
ObjID: obj:1066112
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Sammlung Scharf-Gerstenberg
E-Mail:
ssg@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1925
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: PoireBirneÜbersetzung: Pear
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Aquarell, Bleistift, Frottage auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 29 x 18,1 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1066112
Objektbeschreibung
Ernst entwickelte die Technik der Frottage im Sommer 1925 in Pornic in der Bretagne. Dorthin war der Künstler mehr oder weniger geflohen, da die Surrealisten den Marokkokrieg der französischen Regierung heftig kritisiert hatten. Ernst entging durch diese Reise seiner Verhaftung durch die Pariser Polizei. So schildert er die Situation selbst in seiner real-fiktiven Bestandsaufnahme „Jenseits der Malerei“. In seinem Hotelzimmer hätte an einem Regentag die Holzmaserung des Fußbodens seine Aufmerksamkeit erregt. Diese Struktur wurde im Durchreibeverfahren auf Papier gebannt und zeichnerisch nachbearbeitet. Dadurch erhielten die Frottagen Formen, die aus Fauna und Flora entlehnt sind wie Laub, Bäume, hühnerähnliche Vögel und solche, die an Turteltauben erinnern (SSG 82–83). Dem Fußboden kommt dabei die Rolle des „optischen Provokateurs“, wie Ernst es ausdrückt, zu. Bereits die frühen DADA-Collagen basierten auf Zufallsfundstücken, an denen sich die Imagination des Künstlers entzündete. Ernst gab unumwunden zu, dass er für seine Arbeiten die Anstöße von außerhalb durch diese Objets trouvés benötigte. Damit erteilte er nicht nur dem genuinen künstlerischen Schöpfungsakt eine Absage, sondern stellte gleichzeitig auch den Geniekult des vergangenen Jahrhunderts infrage. 36 dieser Frottagen erschienen unter dem Titel „Histoire naturelle“ in einer Mappe. Erneut weckt der Titel Erwartungen beim Rezipienten, im vorliegenden Fall eine enzyklopädische Schöpfungsgeschichte vorzufinden, die jedoch durch den Inhalt der Mappe und ihren Entstehungsprozess ad absurdum geführt wird. | Katharina Wippermann
Letzte Aktualisierung: 16.01.2026
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Sammlung Scharf-Gerstenberg
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