Black Majesty
Ident. Nr.: NG 5/13
ObjID: obj:1386353
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1963
- Material / Technik
- Lack, Stoff, Gips, Holz und Email
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 215 x 99 x 25 cm
- Erwerbung
- 1979 Schenkung des Künstlers, Düsseldorf
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/1386353
Objektbeschreibung
Männliche Sexualität, Faschismus und Krieg stehen in „Black Majesty“ in ironischer, sogar bissiger Verbindung. Die Garderobenhaken am oberen Rand haben die Form erigierter Genitalien, die auf Vorstellungen von Potenz und Macht anspielen. Zugleich wird dieser Gedanke jedoch durch die Reihung der phallischen Haken, die daran aufgehängte, zerknitterte Plastikjacke und das Hinweisschild „Einstellen von Fahrrädern verboten“ lächerlich gemacht. Wessen übertriebene Maskulinität gemeint sein kann, verrät das Keltenkreuz darunter, das von französischen Rechtsextremen und Nationalisten während des kurz vor der Entstehung des Werkes beendeten Algerienkrieges, aber auch von anderen nationalistischen Gruppierungen im 20. Jahrhundert verwendet wurde. Wie wurde eine solche Arbeit mit ihren pornografischen Zügen wohl 1979 auf Alvermanns Ausstellung in der DDR aufgenommen, wo das Regime doch Realismus in der Kunst forderte? Die Ausstellungsrezensionen und erhaltenen Archivalien dokumentieren keine klare Reaktion. Der prominente ostdeutsche Kunsthistoriker Horst-Jörg Ludwig schrieb euphemistisch, das Prinzip hinter Alvermanns Werk beruhe „auf dem frappierenden Zusammenstoß einander fremder Dinge“, er erteile „satirische Hiebe“ (Absurde Montage und Menetekel, in: Berliner Zeitung, 9.3.1979). Alvermanns Kritik am westlichen Militarismus und Kapitalismus sowie seine kommunistische Gesinnung waren wohl der Grund, warum er – als Westdeutscher – eingeladen wurde, in der DDR eine Ausstellung zu machen. | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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