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Riemenzunge mit Herrscherpaar

Ident. Nr.: F 1763

ObjID: obj:1819295

Details (Expert)

Datierung
um 1520
Material / Technik
Elfenbein, geschnitzt; Messingniete
Abmessungen
Objektmaß: 9 x 2,6 x 0,8 cm

Objektbeschreibung

Die beiden Seiten der Riemenzunge zeigen weitgehend identisch gebildete architektonische Nischen mit schlanken, tordierten seitlichen Säulen und muschelförmig gerippten Kalotten. In den Zwickeln oberhalb der Arkaden sowie im Bereich unterhalb der Standflächen der Figuren befinden sich Blütenornamente in Rautenfeldern. Den unteren Abschluss bildet ein durchbrochen gearbeiteter Kreuzblumenfries. Die eine Seite der Riemenzunge zeigt die Darstellung eines Herrschers mit verbrämter Krone und Zepter in der Rechten. Die Figur trägt einen hochgeschlossenen Mantel mit gebauschten Ärmeln und Kuhmaulschuhe. Auf der anderen Seite ist eine vornehm gewandete Dame im Kostüm der Zeit um 1520 dargestellt, die einen gefußten Deckelbecher in Händen hält. Es könnte sich bei dieser Figur um die Gattin des gekrönten Herrschers handeln.
Am oberen Ende der Gürtelzunge ist ein gut 1 mm breiter und 15 mm tiefer Schnitt als Lasche zur Aufnahme des Gürtelendes eingebracht. Zwei durchgehende Niete aus Messing zur Befestigung des Gürtels befinden sich hier noch in situ. Spuren von Polychromie sind nicht vorhanden.
Eine kleine Fehlstelle befindet sich links oben im Laschenbereich der Seite mit der männlichen Figur. Materialabrieb in Folge des Gebrauches findet sich vor allem an den jeweils äußeren Kreuzblumen am unteren Ende der Riemenzunge. LL

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .