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Welfenkreuz aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 1

ObjID: obj:1830343

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 12. Jahrhundert
Abmessungen
Objektmaß: mit Kreuzfuß 33,1 x 12,5 cm

Objektbeschreibung

Dieses Reliquienkreuz von außergewöhnlich großer Kostbarkeit steht, einem Leitstern gleich, im Mittelpunkt des Welfenschatzes. Es birgt unter einem quadratischen Bergkristall am unteren Kreuzende ein Partikel des Heiligen Kreuzes. Das darüber angebrachte Enkolpion, in seiner ursprünglichen Bestimmung ein Brustkreuz, ist vermutlich deutlich älter als das mit feinstem Filigranwerk überzogene krückenförmige Kreuz. Der unter byzantinischem Einfluss wahrscheinlich im 11. Jahrhundert entstandene Goldzellenschmelz des Kapselkreuzes zeigt neben dem Gekreuzigten die Brustbilder Marias, des Evangelisten Johannes und – oben – wohl das des Erzengels Michael.
Den niellierten Inschriften S(ANCTI) PETRI AP(OSTO)LI, S(ANCTI) MA(R)CI EVA(N)G(E)LI(STAE), S(ANCTI) IOHA(N)NIS BA(P)T(ISTAE), S(ANCTI) SEBASTIANI an der Rückseite zufolge, enthält das Welfenkreuz neben der Heiligkreuzreliquie auch Reliquien der Heiligen Petrus, Markus, Johannes des Täufers und Sebastian.
In den mit gesenkten Fackeln dargestellten Todesgenien und der als Triumphzeichen zu deutenden Säule am Kreuzfuß leben antike Bildideen fort, die in eindrücklicher Weise auf die Funktion des Welfenkreuzes als „Reliquiengrab“ Bezug nehmen. Die Palmette an der Rückseite des unteren Kreuzarmes nimmt das gleiche Motiv am Kapitell der Säule auf, ein deutliches Indiz für die ursprüngliche Zusammengehörigkeit von Kreuz und Kreuzfuß.
Das Welfenkreuz besitzt ein im Aufbau geschwisterlich ähnliches, in der künstlerischen Qualität allerdings weniger herausragendes Gegenstück im Domschatz von Velletri südlich von Rom. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .