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Tragaltar mit den Kardinaltugenden aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 12

ObjID: obj:1830353

Details (Expert)

Datierung
um 1160
Abmessungen
Objektmaß: 13,5 x 28,8 x 17,6 cm

Objektbeschreibung

Zu Seiten des runden Altarsteins, der von einem vergoldeten Kupferrahmen mit einer Palmettenbordüre und den gravierten Symbolen der Evangelisten eingefasst wird, befinden sich an den Schmalseiten der Mensaplatte die namentlich bezeichneten Personifikationen der vier Kardinaltugenden: PRVDENCIA, die Klugheit, mit einer Taube vor einer Scheibe, TEMPERANCIA, die Mäßigkeit, mischt Wasser mit Wein, FORTITVDO, die Tapferkeit, ist mit Schild und Lanze gerüstet, und IVSTICIA, die Gerechtigkeit, eine Waage haltend. Die Darstellungen sind in Vollschmelz, einem sowohl die Figur wie den Hintergrund flächig ausfüllenden Grubenschmelz, ausgeführt. Bei den Beschlägen an den Wandungen sind die Hintergründe dagegen nach Kölner Tradition alternierend mit blauen und grünen Rahmen und Füllungen ausgeschmolzen, während bei den Figuren nur die gravierte Binnenzeichnung emailliert wurde und dazwischen das vergoldete Kupfer erscheint.
Die Vorderseite zeigt eine Darstellung der Deësis, des am jüngsten Tag zu Gericht sitzenden Christus, der von Maria und Johannes dem Täufer flankiert wird. Es folgen die Apostelfürsten Petrus links und Paulus rechts, denen sich das weitere Apostelkollegium anschließt. An der Rückseite des Tragaltars erscheint die thronende Muttergottes in der byzantinischen Bildform der Glykophilusa; Maria und Jesus schmiegen die Köpfe aneinander und der Christusknabe umfasst die Schulter der Mutter. Links und rechts folgen Darstellungen der durch Namensbeischriften bezeichneten Evangelisten LVCAS, MATEVS, IOHANES und MARCVS. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .