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Achtseitiger Deckelkasten aus dem Welfenschatz

Ident. Nr.: W 7

ObjID: obj:1839299

Details (Expert)

Datierung
14./15. Jahrhundert
Abmessungen
Objektmaß: 16,1 x 20,5 x 20,8 cm (mit Beschlägen)

Objektbeschreibung

Den mit Leder überzogenen achtseitigen Deckelkasten zieren aus dicht gesetzten Rundköpfen kleiner Bleinägel bestehende Ornamente. An sieben Seitenwänden erscheinen invers gebildete, sich nach unten umbiegende Lilienmotive, währen an der Vorderseite mit dem aufgesetzten Eisenschloss übereinander gestaffelt zwei Arkadenreihen erscheinen, die offenbar eine stark stilisierte Abbildung eines römischen Aquäduktes darstellen. Es wurde in Erwägung gezogen, dass es sich dabei um einen Hinweis auf die spanische Stadt Segovia handeln könnte, da in deren Wappen ebenfalls ein Aquädukt erscheint.
Auf dem flachen Deckel des Kastens bilden die Bleinagelköpfe ein kalligrafisches Flächenornament, das in Gestalt von unterschiedlich orientierten geometrischen Quadratkufi viermal den Namen des Propheten Mohammed wiederholt. Damit ist die Herkunft des achtseitigen Deckelkastens aus dem islamischen Bereich erwiesen. Wahrscheinlich ist er im 14. oder 15. Jahrhundert im hispano-arabischen Kulturraum entstanden. Wann der Kasten in den Schatz von St. Blasius in Braunschweig gelangte, ist unbekannt. Im Reliquienverzeichnis von 1482 ist er nicht zu identifizieren. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .