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Spiegelkabinett aus dem Merseburger Schloss

Ident. Nr.: O-1972,240

ObjID: obj:1840155

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Johann Michael Hoppenhaupt (I.) (1685 - 1751),
Bildhauer, Baumeister
Datierung
1714/15
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: Raummaße: 520 x 440 x 404 cm

Objektbeschreibung

Das 1712/15 für Herzog Wilhelm von Sachsen-Merseburg in dessen Appartement im Merseburger Schloss geschaffene Spiegelkabinett ist eines der bedeutendsten Beispiele dieser kostbaren und seltenen Raumschöpfungen des späten Barock und Rokoko.
Die außergewöhnliche Wirkung des Kabinetts beruht auf dem Zusammenspiel von sehr reicher Verspiegelung, feiner Schnitzerei in originaler Vergoldung und einem ursprünglich tiefblau glänzend lackierten Fond. Im Stil des modernen französischen Régence gehört das Spiegelkabinett zu den frühesten erhaltenen Arbeiten, die Johann Michael Hoppenhaupt I. (1685-1751) als Hofbildhauer und Landbaumeister in Merseburg ausführte.
Das Spiegelkabinett diente nicht – wie lange angenommen – zur Präsentation von Porzellan, es war vielmehr die herzogliche Kunstkammer. Als 1738 das Geschlecht der Herzöge von Merseburg-Sachen erlosch, wurde ein Schlossinventar aufgestellt und die für das Spiegelkabinett aufgelisteten Goldschmiedearbeiten und Pretiosen aus geschnitztem Elfenbein, Rubinglas, Bernstein, Email und Edelsteinen gelangten zusammen mit dem übrigen beweglichen Inventar an den Hof nach Dresden.
Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, wurde das Spiegelkabinett in den Jahren 1998 bis 2005 in einer beispielhaften Restaurierung (Kunstgewerbemuseum und Werkstatt Marquardt/Erhardt/Uttenroth in Freiberg a.Neckar) konserviert und gleichsam wieder gewonnen.
ASt

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .