Logo

Eine von zwei Konfektschalen auf hohem Fuß aus dem Lüneburger Ratssilber

Ident. Nr.: 1874,403

ObjID: obj:1840740

Details (Expert)

Datierung
1541
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 25 x 40,5 cm
Gewicht: 2432 g

Objektbeschreibung

Zarge, drei Schaftringe mit Stabmuster und Schalenrand gegossen. Fußunterseite unvergoldet. Hervorragende Arbeit. Marken auf Schalen- und Fußunterseite von Inv. Nr. 1874,403, bei Inv. Nr. 1874,402 wohl durch eine später aufgelötete Platte verdeckt. Auf Schalenunterseite und Innenseite des großen Blattkranzes von 1874,403 eingeritzt: "Boatgries ('?) aus Bonn 1852" und "Friedrich Bertram aus Goslar den 29. November 1852".
Die Schalen Inv. Nr. 1874,403 und Inv. Nr. 1874,402 in der Form weitgehend übereinstimmend. Hochgewölbter Fuß mit Profilrand, Blattfries auf gepunztem Grund, Stabmusterzarge und gereihten Buckeln auf ebenfalls gepunztem Grund. Drei Reihen spitz zulaufender und gegenläufig angeordneter Buckel in Birngestalt, die mittleren eingefaßt von Blattwerk, eine vierte, zum Schaft überleitende Reihe dagegen zungenförmig. Schaft aus Baluster mit Längsbuckelung, Profilen und Blattrelief, konischem, kannelliertem Oberteil und drei Blattkränzen. Schale flach, in der Mitte leicht gewölbt, Fahne schräg ansteigend, Stabmusterrand. Auf der Fahne reliefierter Blattdekor nach Aldegrever mit sechs Bildmedaillons, im Spiegel entsprechender Dekor mit vier Medaillons um das farbig emaillierte Lüneburger Stadtwappen. Grund punziert. Die Bildnisse, Damen und Herren in Zeittrachten , wiederholen sich nicht, auch nicht auf dem Gegenstück.
Über die Herstellung wird in den Kämmereirechnungen 1541 berichtet: "ltem 103m 2s gegeuen lutken olrikes vor de twe olden krutvate vmme to makende, wegen nu 20 lodige marc 10 lot dar vp vorguldet 15 vngersche gulden / vnd van der lodigen mark to makelone 3m de olden vate wogen 15 lodige m 10 lot." Der Goldschmied arbeitete also zwei ältere "Krutvate" zu den neuen, aber erheblich schwereren Geräten um. Daß es keine Neuanfertigungen waren, wird noch im Inventar von 1555/56 (B.207/8) erwähnt: "ltem 2 grote sulueren thom dele vorgulde kruttvate worden nige gemaket vnd verbetert."

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .