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Reliefblöcke aus dem Grab des Rij: Darstellung des Grabherren und seiner Frau am Speisetisch beim Empfang von Opfern

Ident. Nr.: ÄM 7278

ObjID: obj:1902397

Details (Expert)

Datierung
18.–19. Dynastie
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 96,7 x 168 x 10 cm

Objektbeschreibung

Die Speisetischszene blieb für alle Zeiten wichtiger Grabschmuck, so wie der Wunsch nach dauerhafter Ernährung niemals aufhörte. Die einfachen Opfertische mit Broten wurden im Laufe der Jahrhunderte zu üppigen Gabentischen, zu denen Verwandte und Freunde weitere Geschenke bringen.
Rij, der Offizier und General der Wagenkämpfertruppe, sitzt mit seiner Frau Maja auf zierlichen Stühlen, deren Beine in Rinderfüßen enden. Das Schoßtier der Maja, ein kleiner Affe, hockt angebunden unter dem Sitz. Das Ehepaar und ihre gabenbringenden Freunde tragen weite Gewänder aus durchsichtigen Stoffen. Der "Salbkegel", mit Fett vermischte Myrrhen, ist auf dem Haar befestigt und verbreitet einen angenehmen Geruch. Den Zug der Gabenbringenden führt der Stalloberst Maj an, er sprengt Wasser und bringt Weihrauch auf einem Spendenlöffel; ihm folgt der kahlköpfige Priester Aha-nefer mit einer Wasserspende. Ein Mädchen überreicht Papyrusstengel, eine Platte mit Speisen und einer Weintraube. Am Arm trägt sie noch vier Enten. Der letzte Opferträger hält in der linken Hand einen kunstvoll gebundenen Grabstrauß, in der rechten führt er an einem Strick ein Kalb herbei.

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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