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Mühle- und Turmspielbrett aus dem Pommerschen Kunstschrank

Ident. Nr.: P 77 b

ObjID: obj:1905269

Details (Expert)

Beteiligte
Herstellung: Johann Matthias Kager (um 1575–1634),
Entwerfer*in
Herstellung: Ulrich Baumgartner (vor 1580 - 1652),
Kunsttischler*in
zugeschrieben: Paul Goettich (1586 - 1622),
Graveur*in
Datierung
vor 1614/15
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 24,3 x 33 x 1 cm

Objektbeschreibung

Doppelseitiges Spielbrett für Mühle-und Turmspiel im Spielkasten Inv. Nr. P 77 a verborgen. Turmspiel in grotesker Ornamentrahmung mit Fruchtkorb tragenden Löwensphingen, Vogelpaaren um Vasen, Tuchgehängen, Baldachinen, Perlschnüren und Masken. In je zwei links und rechts übereinander angeordneten Ovalen sind „Däuser“ (Zweien) des deutschen Kartenspiels eingestellt, jeweils mit einem Paar des Kartenfarb-Symbols zu Haupten eines Tieres: Eicheln mit Sau, Blatt (Grün) mit Papagei, Herz mit Falke, Schelle mit Lamm. Am oberen Rand im Queroval eine Gruppe von drei Hirschen mit einem einzigen Kopf (Drittgleich), am unteren ebenso zwei Lanzenreiter, von denen der eine seine Waffe auf sich selbst gerichtet hält (der letzte Stich). Diese sechs Spielfelder rahmen die im Zentrum stehende Figur der barfüßigen Kronbraut, die im Schmuck ihrer hüftlangen offenen Haare unter einem Lorbeerbogen steht. Die Ovale ergeben sich aus Schlingen eines schmalen fortlaufenden Bandes. 
Auf der Rückseite ein Mühlespiel. Die drei konzentrischen Quadrate des Spielplans sind aus langen Blattkelchen, Rosetten und Kugeln gebildet. Eine phantasievolle Groteskenrahmung vermittelt zu den Rändern des querrechteckigen Brettes: seitlich durch weibliche, Fruchtkörbe balancierende Hermen mit Schmetterlingsflügeln unter Baldachinen, oben durch liegende Fabeltiere und schaukelnde Papageien zu Seiten einer Flammenvase, unten durch von Fröschen bedrohte Pelikane neben einer geflügelten weiblichen Figur.
zugehörig die Spielsteine Inv. Nr. P 77 f (1–15)
Die Spielbretter Inv. Nr. P 77 b und P 77 c können zusammengeschoben werden, dazu der Aufsatz Inv. Nr. P 78 a–c und die Kugeln Inv. Nr. P 78 d–f zum Tafelspiel.
unbezeichnet

Lit.: Julius Lessing / Adolf Brüning: Der Pommersche Kunstschrank im Königlichen Kunstgewerbe-Museum, Berlin 1905, S. 45, Nr. P 77.
Barbara Mundt: Der Pommersche Kunstschrank des Augsburger Unternehmers Philipp Hainhofer für den gelehrten Herzog Philipp II. von Pommern, München 2009, S. 241f., Nr. P 77.5 und Nr. P 77.6.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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