Logo

Galanter Kavalier mit Dreispitz (Modell 181)

Ident. Nr.: 1915,83

ObjID: obj:2005951

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763),
Hersteller*in
Entwurf: Wilhelm Christian Meyer (1726 - 1786),
Bildhauer*in
Ausführung: Johanna Caroline Müller (1768 - 1770),
Bossiererin
Datierung
um 1769
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 24 cm
Andere Maße: Sockel 7,4 x 7,6 x 9 cm
Gewicht: 754 g

Objektbeschreibung

Der "galante Kavalier" (so der Modellbucheintrag Nr. 181 von 1769) bildet das Pendant zur "galanten Dame", die ebenfalls im Bestand des Kunstgewerbemuseums vorhanden ist (Inv. Nr. 1915,84), beide in einer frühen Ausformung und Bemalung. Das galante Paar ist ein seltenes Beispiel für KPM-Porzellanplastik in zeitgenössischer Modetracht. Während Sujets aus der Welt der Aristokratie des Rokoko in anderen deutschen Manufakturen - ausgehend vom Meißener Vorbild - eine wichtige Rolle spielten, kamen sie in der Berliner Manufaktur nur sehr selten zur Darstellung. Das Modell schuf der Bildhauer Wilhelm Christian Meyer, die Bossiererin der feinen Spitzen - eine Besonderheit der beiden Figuren - war die aus Meißen nach Berlin abgewanderte Johanna Caroline Müller.
Eine detaillierte Beschreibung und kunsthistorische Einordnung der Figur ist zu finden in: Dorothee Heim: Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin, Berlin, Regensburg 2016, S. 328-33, Kat. Nr. 51.

ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .