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Reliquienbüchse aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Ident. Nr.: 1888,653

ObjID: obj:2005965

Details (Expert)

Datierung
letztes Drittel 15. Jahrhundert
Material / Technik
Lindenholz, bemalt
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 8,8 x 11,5 cm

Objektbeschreibung

In ihrer einfachen, schlichten Form bildet die kreisrunde, aus Lindenholz gedrechselte Deckelbüchse ein schönes Zeugnis spätmittelalterlicher Handwerkskunst. Sie ist auf hellem Grund in kräftigen Farben bunt bemalt, der untere Teil der Dose mit Blättern und Blüten, der Rand des Deckels mit schrägen Streifen, auf dem Deckel ein Wappenschild, darin drei Querstreifen.
Derartige einfache Holzdosen, auch solche ohne Bemalung, zumeist aus dem 14. und 15. Jahrhundert, findet man wiederholt in den Kirchenschätzen Norddeutschlands; jene aus dem Dionysius-Schatz dürfte wohl schon in das spätere 15. Jahrhundert gehören. Sie dienten ursprünglich möglicherweise als Behältnis für die Hostie, kamen aber verschiedentlich, wie wohl diese, auch aus profanem Gebrauch, und wurden später für die Verwahrung von Reliquien verwendet, wie es von anderen, gleichartigen Holzdosen bekannt ist. DK

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .