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Reliefbüste eines Ordensbruders, umgeben von Putti; Modell für ein Weihwasserbecken

Ident. Nr.: 1904,106

ObjID: obj:2020688

Details (Expert)

Datierung
um 1620
Geografische Bezüge
Entstehungsort stilistisch: Rom
Material / Technik
gebrannter Ton, bronziert
Abmessungen
Höhe: 54 cm

Objektbeschreibung

Bei dem von Putten umgebenen Brustbild eines jugendlichen Ordensbruders in einer Soutane ohne weitere Attribute oder Beischriften handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Ausführungsmodell für den Bronzeguss eines Weihwasserbeckens. Da der Bestimmungsort des Beckens unbekannt ist, erscheint eine sichere Identifikation des Dargestellten nicht möglich. Vermutlich handelt es sich um den 1605 seliggesprochenen Jesuiten Aloisius von Gonzaga (1568–1591). Die in der Literatur vorgeschlagene Zuweisung des wohl erst in jüngerer Zeit bronzierten Modells nach Rom in den Umkreis des François Duquesnoy (1597–1643) erscheint nicht unproblematisch, nicht zuletzt auch deshalb, weil das Werk in Bologna erworben worden ist. LL

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa