Logo

Kegelfibel mit Trommelkranz aus dem "Mainzer Goldschmuck"

Ident. Nr.: O-1961,52

ObjID: obj:2224698

Details (Expert)

Datierung
1. Hälfte 11. Jahrhundert
Material / Technik
Gold, Saphir, Almandin, Quarze, Glasfluss, Perlen
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 2,64 x 4,53 cm
Gewicht: 28 g

Objektbeschreibung

Die Kegelfibel mit dem bekrönenden Saphir aus dem "Mainzer Goldschmuck" ist aus sechs konzentrisch übereinander angeordneten Zonen zylindrischer und konischer Form aufgebaut. Ähnlich wie bei dem Fibelpaar Inv. Nr. O-1961,50/51 und der Fibel Inv. Nr. O-1961,53 umläuft ein ehemals mit Perlen bestückter "Trommelkranz" aus 28 einzelnen zylindrischen Elementen den Fuß der Fibel aus Wellenschlingen. Das Trägerblech der Mittelzone mit dem abwechselnd in Schlaufen und Zargen gefassten Steinbesatz ist zwischen den Filigrandrähten durchstoßen. Eine Zone aus Dreiecken mit Flächengranulation vermittelt zu der bekrönenden runden Platte, die ehemals von einer Perlschnur umfangen war und als Zentralstein einen länglichen, durchbohrten Saphir in einer Klauenfassung trägt.
(Vgl. Der Mainzer Goldschmuck. Ein Kunstkrimi aus der deutschen Kaiserzeit, hg. von Theo Jülich, Lothar Lambacher und Kristine Siebert, Regensburg 2017, S. 147-149 Nr. 4)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal mit Genien und Schraubfuß

Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR