Logo

Altarleuchter in Gestalt eines Bergmanns

Ident. Nr.: 1885,2

ObjID: obj:2259704

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Johann George Junghans (um 1661 - 1728),
Zinngießer*in
Datierung
um 1690
Material / Technik
Zinn, gegossen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33,6 x 20,5 x 18,5 cm (Dm. Sockel: 18,5 cm)
Höhe: 27,1 cm (nur die Figur)

Objektbeschreibung

Die Leuchterfigur erscheint in der Bergmannstracht des 17. Jahrhunderts mit Hemd und Kniehose sowie einem ausladenden Arschleder, das zusammen mit der seitlichen Tasche für das Tscherpermesser von einem Leibriemen gehalten wird. Das Haupt des Häuers ist mit Schachthut und Schweißtuch bedeckt. Mit der Linken schultert der Bergmann eine flache Erzmulde, in der Rechten hält er den Griff der Tropfschale. Es handelt sich um ein Exemplar eines als Altarleuchter dienenden Leuchterpaares (der andere Leuchter, Inv. Nr. 1885,1, ist beschädigt).
Durch Stadtmarke und Meistermarken auf einem zweiten, aus der gleichen Form gegossenen Exemplar (ebenfalls im Kunstgewerbemuseum der Staatlchen Museen zu Berlin, Inv.Nr. 1885,1) ist der Bergmannsleuchter als Werk des Schneeberger Kannegießers Johann George Junghans (um 1661-1728) gesichert. Das dem Zinnguss zugrunde liegende Figurenmodell stammt wahrscheinlich aus der Werkstatt des Schneeberger Bildhauers Andreas Petzold (1628-1703). Lothar Lambacher (Hintze I, Nr. 1194)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .