Logo

Ident. Nr.: O-1977,195

ObjID: obj:2281510

Details (Expert)

Beteiligte
Leonhard Vorchhamer,
Goldschmied*in
Datierung
1623 - 1629
Material / Technik
Silber, vergoldet
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 27,9 x 15,3 cm (Dm.Kuppa 10,3)

Objektbeschreibung

Der von dem Nürnberger Goldschmied Leonhard Vorchhamer († 1634) geschaffene Abendmahlskelchist ein charakteristisches Beispiel für jene große Gruppe an Kelchen, deren Gestalt wesentlich durch den vorherrschenden Zeitstil, nicht aber durch ihre konfessionelle Bestimmung geprägt ist. Der Verwendungszeitraum des eingeschlagenen Nürnberger Beschauzeichens und die Erlangung der Meisterstellung durch Vorchhamer datieren die Entstehung dieses Werkes in den Zeitraum zwischen 1623 und 1629. Die aufgelegten frühbarocken Reliefornamente mit gegossenen Puttenköpfen und Genien auf dem Fuß, dem eiförmigen Nodus sowie am hochgezogenen Kelchkorb unter der Kuppa kennzeichnen einen damals modernen Kelchtypus, der bei allen Konfessionen Verwendung finden konnte.
Lothar Lambacher

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .