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Schreibsekretär mit Aufsatz

Ident. Nr.: W-1955,5

ObjID: obj:2289405

Details (Expert)

Datierung
um 1797
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 214 x 121 x 61 cm

Objektbeschreibung

Der Schreibsekretär zeigt eine exquisite Verarbeitung von strenger Präzision, die ausgesuchtes Mahagoni mit vergoldeten Bronzen höchster Qualität kombiniert. Obwohl der Entwurf einige Schwächen aufweist, und das Stück schon 1800 im Inventar für Schloss Charlottenburg als Berliner Meisterstück von „Tischlermeister Stein“ benannt ist, sprechen viele charakteristische Details für eine Arbeit der berühmten Neuwieder Roentgenmanufaktur. Die strittige Frage der Urheberschaft verdient besondere Aufmerksamkeit, da die den Sekretär auszeichnende exzellente Verarbeitungsqualität und damit verbundene Details der Gestaltung bisher als sicheres Indiz für die Identifizierung von Werken der Neuwieder Manufaktur galten.
Die Richtigkeit des Charlottenburger Inventareintrags vorausgesetzt, hätte der sonst wenig bekannte Ludwig Stein sein vor 1797 vollendetes Meisterstück in der Berliner Roentgen-Nachfolge-Werkstatt von David Hacker - seinem Schwiegervater - angefertigt und dort auf die besten Ingredienzien echter Neuwieder Arbeit zurückgreifen können: kostbare Beschläge und Schlösser aus Neuwied und Paris und berühmte Elemente wie das automatische Stehschreibpult. Er hätte die in Neuwied geltenden Standards qualitätvoller Verarbeitung und die für einzelne Kompartimente entwickelten, ausgereiften Entwürfe wie das aus den Zylinderbureaus bekannte Eingerichte oder die Schubkästen mit Jalousie durch Hacker vermittelt bekommen, und mit in Neuwied unbekannten Elementen der aktuellen Berliner Möbelkunst kombiniert. Das ausgesprochen kostbare Möbel wäre schließlich die erste Erwerbung von König Friedrich Wilhelm III. (1770-1840, Kg. seit 1797), der von 1800 bis 1804 drei weitere kostspielig Berliner Meisterstücke ankaufte.
ASt

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .