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Maschinenmöbelstuhl Modell 79.5

Ident. Nr.: O-1977,69

ObjID: obj:2294492

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Richard Riemerschmid (1868 - 1957)
Datierung
Entwurf: 1905
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 90 x 42 x 44,5 cm

Objektbeschreibung

Richard Riemerschmid galt als einer der wichtigsten Vertreter des deutschen Jugendstils und vertrat eine schlichte, stark reduzierte Richtung. Als Mitbegründer des Deutschen Werkbundes zählte Riemerschmid zu einer der führenden Figuren der Reformbewegung.
Zu den bekannten Werkstätten der Reformbewegung gehörten die 1898 gegründeten „Dresdener Werkstätten für Handwerkskunst“, welche zahlreiche Entwürfe Riemerschmids umsetzten. Im Mittelpunkt der Werkstättenideen stand jeweils die funktions- und materialgerechte Konstruktion des Möbels.
Seit 1906 war die Möbelherstellung der Dresdener Werkstätten in zwei Bereiche gegliedert, einmal den der handgearbeiteten und zum anderen den mit der Maschine erzeugten Möbel. Letztere sollten preisgünstige maschinelle Herstellung mit geschmackvollem Design vereinigen. Die Entwürfe berücksichtigten den Verarbeitungsprozess und wurden maschinengerecht geplant. Anlässlich der 3. Kunstausstellung 1906 in Dresden präsentierten die Dresdener Werkstätten diese ersten Maschinenmöbel, wobei sie auch ihre Fertigung vorgeführten. Von Riemerschmid stammte eine Wohn- und Essstube mit Maschinenmöbeln. Auffallend bei den Stühlen sind die brettartigen Zargen, die an den Beinen unterschiedlich ansetzen und mit deutlich sichtbaren Holzdübeln zusammengefügt sind. Die Preisstaffelung der Maschinenmöbel sah im unteren Preissegment gestrichene Fichte vor, während den höheren Gruppen die teueren Holzsorten wie Eiche oder Mahagoni vorbehalten waren. ST

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR