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Abendmantel in Shocking-Pink

Ident. Nr.: 2005,UR 104

ObjID: obj:2305166

Details (Expert)

Beteiligte
Rut Brandt (10.1.1920 - 28.7.2006),
Besitzerin
Uli Richter (1926 - 2021)
Datierung
um 1970
Geografische Bezüge
Abmessungen
Länge: 152 cm Saumweite: 197 cm

Objektbeschreibung

Langer, ausgestellter Mantel in Prinzesslinie; Wiener Nähte an Vorder- und Rückteil; großer Kragen und Revers in champagnerfarbener Abseite. Die Kanten von Kragen und Revers mit Stickereibordüre aus Pailletten, Perlen und Blüten besetzt. Die langen, eingesetzten Ärmel enden in einem Übertritt und schließen mit je einem stoffbezogenen Knopf. Der Verschluss mit je einem Knopfriegel in Taillenhöhe. Der Mantel war für große Galaabendveranstaltungen vorgesehen. Laut Uli Richter wurde er für den ersten Staatsbesuch von Rut und Willy Brandt in den USA im April 1970 angefertigt. CW/GK

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR