o. T. (Ertränkt)
Ident. Nr.: NG 10/17
ObjID: obj:2305675
Schenkung von Prof. Karl Eimermacher
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1986
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: o. T. (Ertränkt)Übersetzung: Untitled (Drowned)
- Provenienz
- Nachlass/Vermächtnis: Prof. Eimermacher,
1985–2017 - Material / Technik
- Kunststoff, Eisen, Glas und Faden
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 12 x 9 x 9 cm
- Erwerbung
- 2016 Schenkung von Prof. Karl Eimermacher
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2305675
Objektbeschreibung
Die Assemblage „Ertränkt“, entstanden im letzten Lebensjahr des Bildhauers, besteht aus einem Glas, einer Puppe, einer Schnur und einer Waage – und erzählt doch umfassend und emotional von der sinnlosen, endlosen Grausamkeit der Welt. Das Thema der toten Kinder taucht in Sidurs Schaffen erstmals 1968 in dem „Monument toter Kinder“ (ein nicht realisierter Entwurf) auf. „Ertränkt“ ist eines von acht Werken, die der Slawistik-Professor Karl Eimermacher, der sich sehr für Sidurs Werk einsetzte, der Neuen Nationalgalerie schenkte. Sie alle gehören zu dem Ende der 1960er-Jahre entwickelten Werkkomplex „Sarg-Kunst“. Die darin entworfene postapokalyptische Welt besteht aus Propheten, Mutanten und ihren Opfern. Diese Kreaturen, so der Künstler, sollten die Menschheit warnen, um den anscheinend unvermeidlichen neuen, vielleicht letzten Krieg zu verhindern. Nach Sidurs Erinnerung war Eimermacher der erste Deutsche, den Sidur „nicht durch das Visier“ sah, und dies war die Grundlage ihrer Freundschaft. Sidur wurde 1924 in Jekaterinoslaw (Ukrainische SSR, heute Dnipro, Ukraine) geboren. Im Alter von 17 Jahren meldete er sich 1942 als Freiwilliger an die Front, wo er einen Maschinengewehrzug befehligte, mit 19 Jahren im Gesicht verwundet wurde und damit schwerbehindert war. Nach seinem Abschluss an der Surikow-Schule in Moskau 1953 arbeitete der Bildhauer im Stil des Sozialistischen Realismus und begann Ende der 1950er-Jahre, vereinfachte und stilisierte Formen zu entwickeln. Ein Herzinfarkt im Jahr 1961 war der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, in dem er sich ganz der Kreativität widmete und das Leid der Lebenden zu seinem zentralen Thema machte. Er verdiente aber seinen Lebensunterhalt mit der Gestaltung von Grabsteinen. | Elena Voronovich
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de