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Heiliger Bischof

Ident. Nr.: 1944,18 (9)

ObjID: obj:2430215

Details (Expert)

Datierung
15. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Material / Technik
Blei-Zinn-Legierung, gegossen
Abmessungen
Objektmaß: 73 x 35 x 2,5 mm
Gewicht: 6,9 g

Objektbeschreibung

Gitterguss, hochrechteckig, mit Architekturrahmen. Unter einem Rahmen mit einem Dreiecksgiebel, der in ein Lilienornament ausläuft, steht frontal auf einer Standleiste eine Figur im Bischofsornat mit Kasel und Mitra, den Bischofsstab in der linken Hand haltend, die rechte zum Segensgestus erhoben. Sein Haupt ist mit einem kreisrunden Nimbus hinterlegt, rechts und links kniet je ein Adorant mit im Gebetsgestus angewinkelten Armen; bei der rechten Figur ist der Kopf weggebrochen. Die Majuskelinschrift auf der Standleiste ist kaum zu lesen. Sie beginnt mit einem „A“, der dritte bzw. vierte Buchstabe ist ein „C“. Bekannt sind zwei ähnliche Stücke im Musée national du Moyen Âge - thermes et hôtel de Cluny in Paris und eines im Prager Kunstgewerbemuseum (Inv. Nr. UPM 5682/1894), letzteres mit einer gegenläufigen Inschrift, das den Dargestellten als hl. Leobinus (Lubin) von Chartres identifiziert. HK

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Pokal mit Genien und Schraubfuß

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Pokal aus farblosem Glas, der Fuß ist separat gefertigt und kann mittels eines tiefgeschnittenen Gewindes in den massiven Schaft eingeschraubt werden. Er ist am Fußrand mit umlaufenden Bögen in Schälschliff sowie einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Der Baluster des Massivschafts trägt einen Rundbogenfries, der Ansatz der becherförmigen, hohen Kuppa wiederholt den Spitzblattdekor, am Mündungsrand finden sich erneut Bögen in Schälschliff. Auf der Kuppawandung ist umlaufend in Tiefschnitt ein Reigen aus musizierenden Kinderbacchanten dargestellt. Aufgrund der fortgeschrittenen Glaskrankheit des oberen Pokalteils sind sie trotz des tief reliefierten Schnitts nur bei genauer Betrachtung erkennbar, feine Details wie die Gesichtszüge und dekorative Blumen oder Früchte verschwinden nahezu in dem Weiß. Ein Teil des Gewindes am Schaftende ist bereits weggebrochen. Der Fuß weist lediglich beginnende Zeichen der Glaskrankheit auf. Die Kombination aus Sujet und Dekorelementen auf dem Pokal spricht für eine Zuschreibung an die Werkstatt Gottfried Spillers (um 1663–vor 1728) und dürfte in die frühen Jahre des 18. Jahrhunderts datieren. Pokale aus zwei verschraubten Teilen gehören zu den seltensten Erzeugnissen der barocken Glaskunst. Man nimmt einerseits an, dass sie wegen ihrer raumsparenden Transportmöglichkeit geschätzt waren. Zum anderen rief sicherlich die technische Virtuosität ihrer Herstellung Bewunderung und Anerkennung hervor und brachte dem Eigentümer Prestige. Dieser Pokal ist der einzig überlieferte, der zweifelsfrei der Potsdamer Glashütte zugeschrieben werden kann. Ungewöhnlich ist hier, dass die Verschraubung nicht direkt unterhalb der Kuppa, sondern am Fuß positioniert ist (Dank an Wieland Kramer für diesen freundlichen Hinweis): Es ist gut denkbar, dass der Fuß nachträglich ergänzt wurde, indem einem Pokal mit Steckverbindung – ähnlich einem anderen Pokal im Bestand des KGM (Inv.-Nr. O-1964,46) – ein Gewinde eingeschliffen wurde. [Verena Wasmuth]MAKR