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Penthesilea

Ident. Nr.: B UHP 102/13

ObjID: obj:2457903

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
André Masson (1896 - 1987),
Künstler*in
Datierung
um 1960
Provenienz
Louise Leiris, Paris ?,
403168
Galerie Louis Carré, Paris,
403169
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
erworben vor 1989
Abmessungen
Höhe x Breite: 48 x 66 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Selbstbildnis

Selbstbildnis

Porträts und Selbstbildnisse nehmen im Œuvre des aus Schlesien stammenden Meidner einen zentralen Platz ein. Allein bis Mitte der 1920er-Jahre schuf der Maler über fünfzig Selbstdarstellungen, in denen er sein Seelenleben bloßlegte. Diesem versuchte er ebenso wie dem seiner Modelle mit Farbkontrasten und Lichteffekten, dynamisch gesetzten Linien und scharfen Konturen auf die Spur zu kommen. In seinem „Selbstbildnis“ von 1915 verzichtete Meidner dagegen zum großen Teil auf solche Effekte. Während der Hintergrund im dunklen Blau-Schwarz verschwindet, liegt der Akzent der Darstellung ganz auf der Physiognomie des Künstlers, der sich, mit Pinseln bewaffnet, als aufmerksamen, konzentrierten Beobachter wiedergegeben hat. Meidner malte das Bild knapp ein Jahr vor seiner Einberufung zum Kriegsdienst im Sommer 1916. Anders als viele seiner Künstlerkollegen hatte er den Krieg nicht euphorisch begrüßt, sondern schon früh mit seinen Werken vor dessen Zerstörungsgewalt gewarnt. So fertigte er ab 1914 regelmäßig Illustrationen und schrieb Texte für Fritz Pfemferts linksaktionistisches Wochenblatt „Die Aktion“. Nach dem Krieg engagierte er sich im Arbeitsrat für Kunst und der Novembergruppe, deren Mitglieder mit ihrer Kunst auf die sozialen Entwicklungen der Gesellschaft einwirken wollten. Im Laufe der 1920er-Jahre wandte Meidner sich zunehmend religiösen Themen und Porträts zu und verabschiedete sich in seiner Malerei vom expressiven Duktus. Die Nationalsozialisten belegten ihn nach 1933 mit Mal- und Ausstellungsverbot, unter anderem wegen seiner jüdischen Herkunft. 1939 emigrierte Meidner nach London; 1953 zog er nach Frankfurt am Main. | Maike Steinkamp

Ohne Titel (Relief mit drehbarer Glasscheibe)

Ohne Titel (Relief mit drehbarer Glasscheibe)

Das Relief ist eine abstrakte Komposition aus geometrischen Grundformen, deren spannungsreiche Wirkung vor allem auf den starken Kontrasten der Materialien Holz und Glas beruht. Drei flache Leisten, zwei davon mit deutlicher Maserung, sind auf eine hell bemalte Fläche genagelt. Sie tragen eine grüne Glasplatte, die trotz ihrer Transparenz und Zerbrechlichkeit dem Werk Stabilität und Ruhe verleiht. Die vorderste Ebene bildet eine kreisrunde Glasscheibe, die auf einen quadratischen Klotz geschraubt ist. Sie ragt über den Bildträger hinaus, scheint zu schweben und tatsächlich beweglich zu sein. Dieser Eindruck verstärkt sich durch die diagonal gesetzte schwarze Leiste, die hinter der Drehscheibe Assoziationen an einen Hebel weckt. Sie schließt die dunkle Fläche rechts unten nach oben ab und bringt Dynamik in das fein austarierte Gleichgewicht der Komposition. Wie viele Materialbilder von Schwitters verleugnet auch dieses Werk in seiner rohen Körperlichkeit nicht seine handwerkliche Entstehung und die Gebrauchsspuren der meist vorgefundenen Materialien. Kennzeichnend für den Merzkünstler (vgl. „MERZ 1926,8“, B 849) ist die Kombination von Malerei und Gegenständen. Hier intensivieren die lichtdurchlässigen und zugleich reflektierenden Glasscheiben die räumliche Wirkung des Reliefs. Schwitters’ Selbstverständnis als moderner Künstler kommt in der Anekdote zum Ausdruck, nach der er sich mit dem Satz „Ich bin Maler, ich nagle meine Bilder“ vorgestellt haben soll (Raoul Hausmann, Kurt Schwitters wird MERZ, 1972, in: Karl Riha und Günter Kämpf [Hrsg.], Am Anfang war Dada, Gießen 1980, S. 63). | Isabel Schulz

Die Überlebenden

Die Überlebenden

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, während dessen Duda in Wien gelebt hatte, arbeitete er wieder freischaffend in Berlin, wo er sich im Ostteil der Stadt niederließ. Mit seiner künstlerischen Tätigkeit, die er unter den Nationalsozialisten aufgrund seiner politischen Haltung versteckt hatte ausüben müssen, konnte er wieder offen nachgehen. Er war Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft sozialistischer Künstler, die später im Verband Bildender Künstler Deutschlands aufging. Zu seinen Auszeichnungen gehört der Käthe-Kollwitz-Preis (1965). Der Titel dieses Bildes aus der unmittelbaren Nachkriegszeit lenkt die Aufmerksamkeit auf acht Personen, die den eigentlichen Mittelpunkt umgeben: Dort liegt, wie aufgebahrt vor einer Mauer, ein Erschießungsopfer, vom Bauch bis zu den Füßen abgedeckt mit einem Tuch; die Todesumstände können nicht näher bestimmt werden. Die Posen der Umstehenden drücken Schock und Trauer aus. Die Figuren sind flach und etwas schematisch dargestellt. Sie stehen für das Lebensgefühl jener Zeit: Fast jede und jeder hatte Angehörige und Freund*innen im Krieg oder durch Verfolgung verloren, es galt zu trauern, nachzudenken oder in die Zukunft zu blicken, und das in jedem Alter. Später verwendete Duda einen alternativen Bildtitel, „Auch wir kämpften – Unseren Toten und den ungenannten Genossen der Illegalität“, der die Darstellung einem Widerstandskontext zuordnet (SMB-ZA, II A/NG 164, Bl. 91). Wann, wie oder warum das Bild in den Besitz des parteinahen Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes kam, von wo es als Schenkung an die Nationalgalerie ging, ist unbekannt. | Emily Joyce Evans

Family Group

Family Group

„Family Group“ ist eine von insgesamt 14 kleinformatigen Skulpturen (zehn Bronzen, vier Gipse/Terrakotten), die der britische Bildhauer Moore Mitte der 1940er-Jahre geschaffen hat. Sie alle zeigen – ebenso wie die zahlreichen Zeichnungen, die ihnen vorausgegangen waren – eine Familie in verschiedenen Zusammenstellungen und Posen. Die vorliegende Gruppe bildet in einer abstrahierten Ausarbeitung ein sitzendes Paar mit einem Kleinkind auf dem Schoß. Der Mann hat seinen Arm vertrauensvoll um seine Partnerin gelegt, auf deren Schoß ein aufgeschlagenes Buch ruht. Die Idee für die Familiengruppe geht auf ein Projekt für die von den Architekten Walter Gropius und Maxwell Fry entworfene Schule in Impington (1935/1936) in der Nähe von Cambridge Mitte der 1930er-Jahre zurück, die ausdrücklich auf Familien zugeschnitten war. Für diese wurde Moore um eine großformatige Skulptur gebeten (vgl. Harry Rée, Educator Extraordinary. The Life and Achievement of Henry Morris, London 1973, S. 70–72). Aufgrund der Ausrichtung lag es also nahe, eine Familie wiederzugeben, zumal Moore schon länger von dem Motiv Mutter und Kind fasziniert war. Aufgrund fehlender Finanzierung wurde das Projekt nie realisiert. Moore verfolgte das Thema in den 1940er-Jahren trotzdem weiter, was zu den erwähnten Fassungen und späteren Vergrößerungen für den öffentlichen Raum führte. Seine „Family Group“ steht für einen positiven Blick in die Zukunft, im Gegensatz zu den „Shelter Drawings“ (unter anderem Tate, London), in denen der Künstler Anfang der 1940er-Jahre die zusammengedrängten Personen zeigte, die während des Zweiten Weltkriegs in der Londoner U-Bahn Schutz suchten. | Maike Steinkamp

Hirtin

Hirtin

Zwei Tiere umgeben eine Frau. Ihre Körper sind durchsichtig, sodass der bunte Boden, auf dem sich die Rinder befinden, teilweise durchscheint. Erkennbar sind sie fast ausschließlich durch ihre schwarzen Umrisslinien. Die Hirtin hat einen Arm um den Hals des vorderen Tieres gelegt, darüber hinaus deutet lediglich die Gerte in ihrer linken Hand eine Bewegung oder Tätigkeit an. Auf die Haut des stehenden Rindes sind rote Punkte gemalt, wie ein Echo der kleinen roten Blumen unten links im Vordergrund. Klar getrennte Farbflächen bilden eine Umgebung mit Bäumen und Hügeln. Campendonk malte häufig mit einer expressiven, fantasievollen Farbigkeit, die assoziativ oder naiv wirkt. Hier hat er zwischen einer naturalistischen Farbgebung wie dem Braun und Grün der Bäume links und rechts und einer davon losgelösten Darstellung, etwa im Rosa, Gelb oder Weiß des Bodens oder im Blau und Weiß der Hügel, gewechselt. Mit Tieren befasste sich Campendonk in seinem Schaffen immer wieder. Dieses Thema und die Auseinandersetzung mit Farbe verbanden ihn mit der Gruppe Der Blaue Reiter, mit der er 1911 zum ersten Mal in München ausstellte und der er sich 1912 anschloss. Von 1912 bis 1922 zeigte er seine Werke außerdem fast jährlich in der Berliner Galerie Der Sturm. 1924 waren Arbeiten Campendonks in der Neuen Abteilung der Nationalgalerie im Kronprinzen-Palais zu sehen. Drei Glasbilder von ihm befanden sich in der Sammlung dieses Museums, bis sie 1937 als „entartet“ beschlagnahmt wurden und seitdem als verschollen gelten. | Emily Joyce Evans