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Dessertteller mit Grisaillemalerei: Opferszene mit Telemachos und Mentor (nach einem Stich von J.B.Tilliard/C. Monnet zu "Les Aventures de Télémaque"), Modell „Englischglatt“

Ident. Nr.: 1912,89

ObjID: obj:2582261

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Berlin (KPM) (gegründet 1763),
Hersteller*in
Datierung
um 1783
Geografische Bezüge
Abmessungen
Durchmesser: 24,6 cm

Objektbeschreibung

Das Dessertteller-Modell "Englischglatt" (Modellnummer 631) weist einen durchbrochenen Rand aus gotisierenden Spitzbögen mit Goldstaffierung auf. Das Servicemodell wurde zwischen 1776 und 1781 entwickelt. Wie die Modellbezeichnung nahelegt, folgte die Königliche Porzellanmanufaktur Berlin hierin den damals modernen, von England ausgehenden Stiltendenzen. So war in der Keramik die sog. Queensware (Steingut) von Josiah Wedgwood impuslgebend. In der Servicegestaltung der Berliner Manufaktur hatte noch lange der französisch geprägte Rokokostil vorgeherrscht, da der preußische König, Friedrich II. (reg. 1740-1786), diese Stilrichtung zeitlebens favorisierte. Der Dessertteller ist in der Mischung aus Antikenkult und Neogotik ein Beispiel für einen Geschmackswandel, der sich erst gegen Ende der Regierungszeit Friedrichs II. auch bei den Tafelservicen der Königlichen Porzellanmanufaktur Berlin durchzusetzen begann.

Der Spiegel weist ein rundes Medaillon mit dem Hauptmotiv auf: In Grisaillemalerei ist eine Szene der antiken Mythologie dargestellt, die auf die "Telemachie", die vier ersten Bücher der Odyssee von Homer, zurückgeht. Die grafische Vorlage bildete ein Kupferstich von Jean-Baptiste Tilliard nach den Illustrationen von Charles Monnet zu "Les aventures de Télémaque" von Fénélon in einer 1773 in Paris erschienenen Ausgabe. Der Kupferstich ist untertitelt mit: "Télémaque et Mentor prest d'être sacrifiés aux manes d'Anchises", stellt also den Moment dar, als Mentor kurz davor ist, seinen Schützling Telemachos den "manes", also den Seelen der Verstorbenen, von Anchises zu opfern.
Umrahmt wird das runde Bildfeld von einem Goldrand, der von polychrom gemalten Blumen, Lorbeerlaub und einem Purpurband umwunden ist.

Marke: Auf der Unterseite in Unterglasurblau die Zeptermarke sowie Trockenstempel 13 und in Grau aufgemalt 5

Lit.: Georg Lenz: Berliner Porzellan. Die Manufaktur Friedrichs des Großen 1763-1786, Berlin 1913, Bd. II, Taf. 153, Abb. 723; Erich Köllmann / Margarete Jarchow: Berliner Porzellan, München 1987, S. 155, Abb. Nr. 298 (Vgl.); Hannelore Plötz-Peters: Die Telemachie des Fénélon auf Berliner Porzellan, in: Keramos 213 (Juli 2011), S. 77-86 (Vgl.)

ClKa

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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