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National-Galerie Inventarium F III

Ident. Nr.: EB_KKB-B_SDZ_LZ_1921-1960_3

ObjID: obj:3116567

Credit: Provenienz und Bestand. Online-Publikation der Erwerbungsbücher und Zugangsverzeichnisse der Staatlichen Museen zu Berlin. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin (seit 1831),
Folgeherausgeber*in
zugeschrieben: Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin (seit 1831),
Verwalter*in
Zuschreibung unsicher: Sammlung der Zeichnungen an der Nationalgalerie (ab 1876-1992),
Verfasser*in
Datierung
Entstehungsjahr: um 1960
Entstehungszeit: um 1960-1960
Zugangszeitraum: um 1921-1960
Weitere Titel
National-Galerie Inventarium F III
Kupferstichkabinett: Nationalgalerie Inventarium F III [betr. die "Sammlung der Zeichnungen"] (Berlin, Ost)
Geografische Bezüge
Verwendungsort: Berlin
Entstehungsort: Berlin
Material / Technik
—
Abmessungen
Höhe x Breite: 35 x 20 cm (1)

Objektbeschreibung

Kollationsvermerk: handschriftlich mit Seitenzahlen, doppelseitiger Scan mit 918 Seiten, S. 1-399

Enthält: Erwerbungsbücher der Staatlichen Museen zu Berlin

Letzte Aktualisierung: 17.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der große Liebesgarten

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Eine der schönsten Darstellungen aus der Frühzeit des Kupferstiches bewahrt als Unikum das Berliner Kabinett auf – den sogenannten großen Liebesgarten. Das Thema basiert auf dem französischen »Rosenroman« aus dem 13. Jahrhundert, der außerordentlich weit verbreitet war und auch im 15. Jahrhundert noch gelesen wurde. Eine höfische Gesellschaft hat sich in Sichtweise ihrer Feudalburgen im Freien versammelt, um zu speisen und anderen Vergnügungen nachzugehen. Im Bachlauf werden Weinflaschen gekühlt, und verschiedene Tiere, darunter das mythische Einhorn, bevölkern Wald und Wiese. Alles strahlt einen idyllischen Frieden aus, satirische Anspielungen wie bei dem Liebesgartenstich des Meisters E. S. scheinen hier zu fehlen (vgl. Inv. Nr. 136-1897). Aber Affe und Bär im Vordergrund, im Spiel neckisch vereint, könnten auf das menschliche Liebeswerben und seine negativen Folgen verweisen, galt doch der Affe traditionell als ein sündiges Tier. Vorbild für den Stecher könnte ein Minne-Teppich gewesen sein, denn der motivische Reichtum und die schichtweise Übereinanderstellung von Figuren und Gegenständen erinnern auffallend an den Bildaufbau zeitgenössischer Tapisserien.Es wurde auch vermutet, daß ein Wandgemälde Jan van Eycks in der Burg der Grafen von Holland zu Den Haag (1422–24) als bildliche Quelle gedient habe.Nach dem Berliner Stich und einem anderen Blatt mit ähnlicher Thematik erhielt der unbekannte Meister seinen Namen. Er dürfte um 1435–45 in den Niederlandentätig gewesen sein, vielleicht im Umkreis des Haager Hofes. Seine wenigen Arbeiten sind mit kräftigen Umrißlinien und Kreuzschraffuren gestochen.Text: Holm Bevers in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 169f., Kat. IV.1 (mit weiterer Literatur)