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Spiegeluhr mit astronomischen Indikationen

Ident. Nr.: W-1962,179

ObjID: obj:3326418

Details (Expert)

Datierung
vor 1703
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 80 cm
Durchmesser: Uhrgehäuse 23 cm
Erwerbung
Senator für Wissenschaft und Kunst, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Eine trommelförmige Tischuhr, die sich auf einem Ständer in senkrechter Stellung darbietet, wird Spiegeluhr genannt. Ihren Bau verlangte die Augsburger Uhrmacherzunft seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Meisterstück. Der Berliner Prunkuhr dient als Träger der Gigant Atlas, der nach der griechischen Sage das Himmelsgewölbe mit den Gestirnen stützt. Diese Figur ist dem 1556 in Rom ausgegrabenen antiken "Atlas Farnese" nachgebildet. Oben auf dem Uhrgehäuse sitzt ein Adler mit dem Wappen von Savoyen in seinen Klauen. Die Uhr wird somit dem Herzog Victor Amadeus II. von Savoyen (1666-1732) gehört haben. Das Zifferblatt zeigt einen Kalender, darauf von außen nach innen: die Monatsdaten, die Wochentagsbuchstaben, die Tagesheiligen und die Monate mit ihren Tierkreiszeichen. Weiter innen vier Stundenkreise, wohl zum Vergleich unterschiedlicher europäischer Zeitrechnungen. Im silbernen Kreis ein Fenster für die Nachtstunden. In der Mitte ein Astrolabium mit Sonnenzeiger, Mondzeiger, Mondalter, Mondphase und Aspekteschema für Gestirnkonstellationen.
Tjark Hausmann

Letzte Aktualisierung: 25.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .