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Chinesischer Fürst mit Knaben

Ident. Nr.: 1928,104

ObjID: obj:3717564

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Ludwigsburger Porzellanmanufaktur (exist. 1758-2016)
Entwurf: Joseph Weinmüller (1746–1812),
Modelleur*in
Datierung
Entwurf: um 1765
Geografische Bezüge
Entstehungsort: Ludwigsburg
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 27,7 x 15,5 x 12 cm

Objektbeschreibung

Stehende männliche Figur mit kronenartiger Kopfbedeckung, mit seitlich herabhängenden Schmuckbändern. Der Fürst weist mit der Rechten mit ausgestrecktem Zeigefinger nach unten. An seiner rechten Seite ein kahlköpfiger Knabe, der das Ende seines grünen, mit Pelz gefütterten Mantels trägt. An seiner linken Seite eine Blumenvase. Die Figurengruppe ist bunt und golden staffiert: weißes Obergewand mit goldenen Blumen und violetten Ärmeln, breiter, "edelsteinbesetzter" Gürtel, gold gestreifte Hosen, gelbe Schuhe. Der Knabe trägt ein rosa Gewand. Die Figurengruppe steht auf einem Felssockel. Das Pendant einer chinesischen Fürstin mit Knaben befindet sich ebenfalls im Bestand des Kunstgewerbemuseums (Inv. Nr. 1928,105). Ein Vergleichsstück zum "Chinesenfürst" befindet sich im Landesmuseum Württemberg, Stuttgart. // Der Bildhauer Joseph Weinmüller, dem die Ludwigsburger Chinesengruppen zugeschrieben werden, war später als Großbildhauer in Wien und Augsburg (Kloster Ottobeuren) tätig. // ClKa

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa