Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Herstellung: 1730-1745
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten, vergoldet
- Abmessungen
- Höhe: 20,8 cmDurchmesser: 10,2 cm (Fuß)Durchmesser: 9,5 cm (Mündung)Wandungsstärke: 0,25 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/4005536
Objektbeschreibung
Pokal aus farblosem Glas mit flachem, leicht ansteigendem Fuß dekoriert
mit einem Kranz aus Rundfacetten im Schälfschliff, Abriss am Boden,
Fußrand verwärmt. Dem schlanken Balusterschaft mit Wabenfacettierung
zwischen zwei vergoldeten Trommelscheiben wurde eine langgezogene
Luftblase eingestochen. Auch der Ansatz der becherförmigen Kuppa ist
facettiert. Auf der Wandung ist eine fein geschnittene Szene auf einem
baumbestandenen Landschaftssockel dargestellt: links hebt eine Frau
ihren Rock und wendet sich dabei einem Mann zu ihrer Linken zu, dieser
hält einen Fuchsschwanz bzw. eine Rute vor sich; darüber die Inschrift:
Vor einem guten Freundt, der bin ich. Der beidseitig vergoldete
Mündungsrand ist mit einem geblänkten Kugelfries verziert.
Das Paar weist mit seinen offenherzigen Attributen recht derb auf das
frivole Moment der Szene hin, der beigefügte Spruch bleibt hingegen
mehrdeutig und spielt auf die sexuelle Dimension lediglich an. Erotische
und allegorische Darstellungen auf Gläsern waren bei höfischen Kreisen
im Zeitalter des Barock äußerst beliebt, äußerten sich in Brandenburg
jedoch vorrangig und weniger explizit in mythologischen Bildthemen. Der
formale und stilistische Vergleich datiert diesen Pokal in die Spätjahre
der Potsdamer Glashütte oder die Anfangsjahre deren Nachfolgerin in
Zechlin, wo dieselben Glasmacher und Veredler weiterbeschäftigt wurden,
also um 1735. Unter anderen ist ein signiertes Glas von Elias Rosbach
(tätig 1727–1765) stilistisch eng verwandt (vgl. Berckenhagen, Berliner
und märkische Gläser, 1956, Abb. 22; Schmidt, Brandenburgische Gläser,
1914, Taf. 32.1). [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de