Vivatglas auf Königin Sophie Dorothea von Preußen
Ident. Nr.: O-1982,88 a
ObjID: obj:4005572
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Herstellung: 1735-1740
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten
- Abmessungen
- Höhe: 19,6 cmDurchmesser: 9,7 cm (Fuß)Durchmesser: 9,1 cm (Mündung)Wandungsstärke: 0,3 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/4005572
Objektbeschreibung
Pokal aus farblosem Glas, breiter Fuß mit ausgekugeltem Abriss am Boden,
dekoriert mit einem versenkten und mattierten Spitzblattfries, der
massive Schaft ist komponiert aus einem Baluster ebenfalls mit
Spitzblättern sowie einem Nodus mit Kugelfries zwischen Trommelscheiben.
Am Ansatz der becherförmigen Kuppa wiederholt sich der Spitzblattdekor.
Die Schauseite der Wandung ist mit einem mattgeschnittenen Medaillon
mit Profilbildnis der Königin Sophie Dorothea von Preußen (1687–1757)
geschmückt, bekrönt von der Bügelkrone, gerahmt von Füllhörnern. Die
Gegenseite zeigt ihr ebenfalls von der Bügelkrone bekröntes
Ligaturmonogramm SDR (Sophie Dorothea Regina). Der verwärmte
Mündungsrand ist mit einem polierten Kugelfries dekoriert. Ein ehemals
zugeordneter Deckel (Inv.-Nr. O-1982,88 b) ist nicht zugehörig, er weist
einen nicht korrespondierenden Dekor auf.
Potsdamer Gläser mit der stereotypen Darstellung Sophie Dorotheas,
Gemahlin des als "Soldatenkönig" bezeichneten Friedrich Wilhelm I., sind
in vergleichsweise großer Anzahl überliefert und bezeugen den
schlagartigen Anstieg des Genres nach deren Thronbesteigung im Jahr
1713. Individuelle Merkmale der Abgebildeten waren für die Glasschneider
nebensächlich. Zur Wiedererkennung griffen sie auf markante Details von
Vorlagen zurück, meist Münzen. So helfen die übernommene Eigenart der
Frisur oder Bekleidung bei einer zeitlichen Einordnung dieser Exemplare.
Die für dieses Glas zugrundeliegende Münze konnte nicht ermittelt
werden. Ein vergleichbarer Becher mit dem Profilporträt Sophie
Dorotheas, ebenfalls mit Hermelinmantel um die Schultern und Perlen im
Haar, verwahrt die Stiftung Stadtmuseum Berlin (Inv.-Nr. II 94/114 A,
publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas" auf
museum-digital.de). Es datiert in die Zeit 1735 bis 1740. [Verena
Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de