Logo

Brandenburgischer Glasdeckel mit Vergoldung

Ident. Nr.: O-1982,84 b

ObjID: obj:4005585

Details (Expert)

Beteiligte
Zuschreibung unsicher: Potsdamer Glashütte (1674–1736),
Glashütte
Zuschreibung unsicher: Zechliner Glashütte (1737–1890),
Glashütte
Datierung
Herstellung: 1730-1750
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 9,8 x 9,7 cm
Durchmesser: 8,4 cm (Auflegerand)
Wandungsstärke: 0,4 cm

Objektbeschreibung

Deckel aus farblosem Glas, innen mit Abriss, der verwärmte Rand eingezogen, am Außenrand ein Fries aus geblänkten Kugelungen über einem aufgemalten Goldstreifen, am Übergang zum Knauf ein versenkter und mattierter Spitzblattfries, teilvergoldet, darüber eine facettierte und vergoldete Trommelscheibe. Der Ansatz des proportional recht hohen Knaufs ist eingezogen. Er besteht aus einem Massivbaluster, unten wabenfacettiert, oben mit neuen polierten Längsfacetten, ebenfalls vergoldet. Der Deckel wurde fälschlich einem Pokal aus der Zechliner Glashütte mit dem Bildnis Friedrichs II. (1712–1786) zugeordnet (Inv. Nr. O-1982,84 a), für den er allerdings zu klein ist; überdies müsste der Spitzblattfries ebenfalls am Fuß, Schaft oder Kuppaansatz des Pokals erscheinen, um mit dem Deckel zu korrespondieren – hingegen fehlt er dort gänzlich. Der Deckel ist ein Zechliner Erzeugnis (ab 1737) oder noch eines aus der Potsdamer Glashütte (vor 1736), die Dekorelemente sowie die gute Vergoldung sprechen für eine Entstehung zwischen 1730 und 1750. [Verena Wasmuth]
MAKR

Letzte Aktualisierung: 06.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Konfektschale mit Hirsch im Gehege in Distel- und Eichenkranz aus dem Lüneburger Ratssilber

Hirsch, Eichenkranz sowie Figürchen und Blätter im Schalengrund gegossen. Schalenrand gesondert gearbeitet. Fußrand und -zarge, Schalenrand, innerer Rand der Schalenbuckel, Reliefs des Fonds sowie Mittelteil mit Ausnahme des Hügels vergoldet. Hügel mit Resten grünen, transluziden Emails, Schale mit einer Art Bajonettverschluß am Fuß befestigt. Ein Schalenbuckel beschädigt.Schalenkörper in der Grundform und der Art des Dekors dem des vorhergehenden Stückes nahe verwandt, Wölbungen flacher, Umzäunung des Hügels abweichend, Hirsch wohl nach demselben Modell gegossen. Sechspassiger, breitrandiger und gebuckelter Fuß, Zarge mit durchbrochenen Vierpässen in Rauten. Gedrehter Schaft aus mehreren Reihen gegenläufig angeordneter und miteinander verschränkter Fischblasenbuckel. Schale durch 14 Halbbuckel gegliedert, Rand gekehlt und profiliert. Auf dem gepunzten Fond getriebenes, aus einem Stamm entspringendes Astwerk, darum herum aufgelegte Akanthuswedel, Hirsche, Hunde und ein Jäger mit Spieß und Jagdhorn. In gekehlten Stufen hochgewölbtes Mittelteil, bekrönt von einem liegenden Hirsch auf einem Hügel mit Flechtwerkzaun, Türchen und Vorhängeschloß. Auf den Stufen ein Distel- und ein von acht Rosetten gehaltener Eichenkranz.Die beiden am Zaun befestigten emaillierten Wappen gehören Cord Lange (gest. 1506) und seiner Frau Ghebeke Schomaker (gest. 1502). Die Stiftung an den Rat dürfte noch zu Lebzeiten des Bürgermeisters erfolgt sein. Sehr wahrscheinlich entstand das Stück in derselben Werkstatt wie Inv. Nr. 1874,395, gehört aber mit seinem gedrehten Schaft – in der ungefügen, quellenden Buckelung technisch offenbar noch nicht beherrscht – einer späteren stilistischen Phase an .