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Sitzfigur der Göttin Isis, den Horusknaben stillend (Isis lactans)

Ident. Nr.: ÄM 13782

ObjID: obj:591516

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Springer (1845 - 1894)
Datierung
Spätzeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 44,7 x 10,4 x 17,5 cm

Objektbeschreibung

Die Bronzestatuette zeigt das bekannte Motiv der stillenden Isis mit dem Horus-Kind (Isis lactans). Die Göttin Isis, die eine Geierhaube mit Kuhhörnern und der Sonnenscheibe als Kopfschmuck trägt, wird thronend beim Stillen dargestellt. Auf ihrem Schoß sitzt das nackte Horus-Kind mit seitlicher Jungendlocke und einer Kappe mit der Uräusschlange. Mit ihrer Rechten greift Isis zur linken Brust, während sie mit der Linken die Schultern des Kindes stützt. An der linken Sockelwand erkennt man die Spuren einer antiken Reparatur. Statuetten dieses Typs sind ab der Spätzeit in ganz Ägypten sehr verbreitet. Sie wurden nicht nur in den Tempelbereichen gefunden, sondern auch in den Tiernekropolen. Die Popularität dieses Statuentyps kann damit begründet werden, dass das Isis lactans-Thema sowohl den Bereich der Königslegitimation als auch den der Regeneration betrifft. Die der Göttin zugeschriebene magische Kraft, mit deren Hilfe Isis den Tod überwinden konnte, machte sie zur Schutzgottheit. Zunehmend spielte der individuelle Schutz der Lebenden und Verstorbenen in ihren Kulten eine immer wichtigere Rolle – so wie die Inschrift am Sockel der Statuette es deutlich zeigt: Die Inschrift nennt einen Mann namens Isi, Sohn des Pa-di-Sachmet, als Stifter der Statuette. Er wünscht Leben, Heil, Gesundheit und eine lange Lebenszeit von der großen Muttergottheit Isis.
I. Liao

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)