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Modell eines Schildes mit der Imitation einer Fellbespannung

Ident. Nr.: ÄM 12620

ObjID: obj:591582

Details (Expert)

Beteiligte
Carl August Reinhardt (4.2.1856 - 25.11.1903),
Käufer*in
Datierung
Mittleres Reich
Weitere Titel
Sammlungstitel: Modell eines Schildes mit der Imitation einer Fellbespannung
Übersetzung: Model shield painted to imitate the ox-hide made for the burial of a Middle Kingdom official
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz (Material); stuckiert, bemalt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 30 x 2 cm

Objektbeschreibung

Bei dem Schild mit einem Spitzbogen handelt es sich um eine Nachbildung aus Holz, das fleckig bemalt ist und somit eine Bespannung mit Rinderhaut andeuten soll. Den Rahmen bildet eine ebenfalls schwarz gefasste, leiterartige Bemalung, die eine Naht imitiert mit der das Fell befestigt war. Innerhalb der zeitgleichen nubischen Festung von Mirgissa wurden im Bereich der ehemaligen Waffenkammer und den angeschlossenen Werkplätzen Rohhäute bzw. steinerne Werkplätze zum Spannen der Rohhäute für Schilde dieser Form gefunden. Derartige Schilde wurden in der Realität vornehmlich zum Schutz des Soldaten eingesetzt und mit der linken Hand gehalten. So befindet sich auch bei diesem auf der Rückseite ein Querriegel, der in der Mitte durchbrochen ist, um diesen mit den Fingern umschließen zu können. Die Nachbildung wurde in einem Grab gefunden und kann als Zeichen des Zeitgeschmacks der Grabausstattung im Mittleren Reich verstanden werden. Entsprechend dazu finden sich vergleichbare Schilde in den sogenannten Gerätefriesen auf den Kastensärgen dieser Epoche.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 17.11.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)