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Bildhauermodell eines linken Fußes mit demotischer Aufschrift

Ident. Nr.: ÄM 15316

ObjID: obj:591945

Details (Expert)

Datierung
30. Dynastie–frühe Ptolemäerzeit
Genauer: frühes 4. Jh. v. Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9 x 5,5 x 16,2 cm

Objektbeschreibung

Das Bildhauermodell stellt einen menschlichen linken Fuß auf einer quadratischen Basisplatte dar. Die etwas gespreizten Zehen wurden bereits poliert. Auf der glatten Oberfläche oberhalb des Fußgelenks sind überlappend ein sich in einem Rechteck befindlicher Falke und die Hilfslinien für die Proportionen des Fußes geritzt. Weitere Hilfslinien sind an den Seiten sowie auf der Unterseite der Basisplatte zu erkennen. Außerdem sind demotische Inschriften neben einigen unerkennbaren Einritzungen auf der Unterseite der Basisplatte und am Fuß eingraviert.
Neben Gesichtern sind die menschlichen Endglieder, wie die Hände und Füße, kompliziert zu formen. Daher schufen die Bildhauer häufig zuerst Modelle oder Übungsstücke der einzelnen Körperglieder in verkleinertem Maße, um die unterschiedlichen Posen und Strukturen der Muskulatur bei der darzustellenden Bewegung zu studieren.
In den Inschriften, die in einem flüchtigen Duktus geritzt worden sind und zum Teil unleserlich erscheinen, wird der Name Hor-chebti mehrfach genannt. Dass an einer Stelle der Name zweimal hintereinander auftritt, spricht möglicherweise für die Interpretation als Personenname und somit für eine Übersetzung mit: „Hor-chebti, (Sohn von) Hor-chebti.“
Insgesamt ist lediglich eine kleine Anzahl an Bildhauermodellen mit Inschriften belegt. Die Inhalte dieser Inschriften stehen meist in keiner Verbindung zu den dargestellten Gegenständen. Es lässt sich daher vermuten, dass diese Modelle aufgrund ihrer geglätteten Oberflächen sekundär als praktische Schreib- bzw. Übungsoberflächen – möglicherweise von den Bildhauern selbst – genutzt wurden. Das Gleiche gilt auch für die Ritzung des Falken in einem Rechteck, der vermutlich erst später auf der glatten Oberfläche zusammen mit den Hilfslinien eingraviert wurde.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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