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Kleiner Kasten mit Deckel aus dem Grab der Tadja

Ident. Nr.: ÄM 16994

ObjID: obj:592293

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Rubensohn (24.11.1867 - 9.8.1964),
Grabungsleiter*in
Datierung
25. Dynastie (Kuschiten) (3. Zwischenzeit -> Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kleiner Kasten mit Deckel aus dem Grab der Tadja
Übersetzung: Small box with lid from the tomb of Tadja
Geografische Bezüge
Material / Technik
Fayence (Material), blau
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 13,4 x 10,7 x 9,2 cm

Objektbeschreibung

Aus dem reichen Grabinventar der Tadja aus Abusir el-Meleq stammt auch der kleine Schmuckkasten aus blauer Fayence. Er besitzt einen gewölbten, abnehmbaren Deckel und einen rechteckigen Kasten mit vier rechteckigen Füßen. Die beiden Teile sind mit Ritzdekorationen geschmückt und vollständig mit einer dunkelblauen Glasur überzogen. Alle Bildfelder werden von Doppellinien gerahmt. Auf der Vorderseite des Kastens sowie des Deckels ist jeweils ein mit einer Rosette verzierter Knauf angebracht.
In dem Bildfeld auf der Vorderseite des Kastens flankieren zwei weibliche Personen mit Sistren eine mittig stehende, sich nach oben verjüngende Papyrussäule. Vor den Beinen der beiden Sistrumspielerinnen sind zwei Papyruspflanzen abgebildet. Ähnlich steht in der Mitte der Kasten-Rückseite eine sich nach oben verjüngende Papyrussäule, zu deren Seiten symmetrisch gespiegelt je eine Papyruspflanze und ein darüber fliegender Wasservogel dargestellt sind. Das Papyruskapitell ist bewusst halbplastisch ausgearbeitet und dient als Auflagefläche für das Scharnier des Deckels. Dem gleichen Dekorationsschema folgend zieren jeweils eine Papyrussäule und flankierende, stilisierte Papyrusdolden die beiden Schmalseiten des Kastens. Oberhalb der zentralen Papyrussäule ist ein querrechteckiges Loch eingefügt. Des Weiteren wird die Deckeloberseite von den rahmenden Doppellinien in zwei rechteckige Bildfelder unterteilt. Jeweils vier stilisierte, aufrecht stehende Papyrusdolden und drei Kreise schmücken die beiden Darstellungsflächen des Deckels. Die beiden giebelförmigen Felder der Deckelschmalseiten sind mit einer Kreuzschraffur geschmückt.
Auffällig ist bei der Verzierung des Schmuckkastens die Dominanz der Motive, die mit der Papyruspflanze in Verbindung stehen. Die Papyruspflanze ist gleichzeitig die Hieroglyphe und Sinnbild für „Grünen“, „Gedeihen“ und damit verbunden ein heilbringendes Zeichen. Neben dekorativen Zwecken könnte ihr hier eine apotropäische Funktion zugeschrieben werden. Des Weiteren ist der Papyrus die Wappenpflanze Unterägyptens. Die besondere Hervorhebung des Papyrus auf dem Objekt hängt möglicherweise auch mit seiner Herkunft aus dem unterägyptischen Ort Abusir el-Meleq zusammen.
I. Liao

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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