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Gussform für ein Gegengewicht eines Menit

Ident. Nr.: ÄM 21849

ObjID: obj:593210

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) III.
Datierung engl.: Amenhotep III
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gussform für ein Gegengewicht eines Menit
Übersetzung: Pottery casting mould for a menat counterweight
Geografische Bezüge
Material / Technik
Ton, gebrannt (Material)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 17,5 x 6,8 x 2,2 cm

Objektbeschreibung

Ein Menit diente als Halsschmuck sowie als Rasselinstrument, bei dem mehrere Perlenketten an einem Gegengewicht befestigt waren. Dieses meistens sehr aufwendig gestaltete Gewicht wurde gewöhnlich aus Bronze in dafür bestimmten Gussformen angefertigt.
Borchardt bezeichnete 1913 das im Haus Q 46.5 gefundene Model zunächst irrtümlich als „Gussform für ein Bronzemesser“. Einige Tage später vermerkte er jedoch, dass sich das Objekt auf „merkwürdige Weise“ zu einer „Form für ein mit einem Frauenkopf verziertes Gegengewicht“ veränderte. Im nahe gelegenen Haus O 47.11 wurde ein solches bronzenes Gegengewicht mit einer goldenen Tauschierung (ÄM 21838) gefunden. Am abgebrochenen, oberen Ende des Objekts ist das Profil einer Göttin mit einer Geierhaube zu erkennen. Vermutlich handelt es sich um Hathor, da diese selbst häufig mit einem Menit abgebildet wird und ebenfalls als Göttin der Musik und des Tanzes gilt. Während der Regierungszeit Amenophis’ III. spielte der Hathor-Kult in Theben, durch die Königsgemahlin Teje repräsentiert, eine zunehmend wichtige Rolle. Vermutlich steht auch die vermehrte Verleihung des Titels „Sängerin der Hathor“ in diesem Zusammenhang. Diese Priesterinnen sind häufig mit einem Menit oder einem Sistrum in der Hand dargestellt. Mit diesen Instrumenten versuchten die Musikerinnen, ihre Göttin gnädig zu stimmen.
Die erstaunliche Ähnlichkeit der beiden Objekte lässt vermuten, dass sie ihren Ursprung im thebanischen Hathor-Kult hatten und aus der Zeit Amenophis’ III. stammen. Das von Borchardt gefundene Menit gelangte wahrscheinlich mit dem Umzug während der Herrschaft Amenophis’ IV. nach Achet- Aton, oder aber es bezeugt zusammen mit der Gussform das Weiterleben des Hathor-Kults in der neuen Hauptstadt.
Nach: Hackbeil, C., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 266 (Kat.-Nr. 45).

Letzte Aktualisierung: 13.01.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).