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Statuette einer Spitzmaus mit gravierten geflügelten Wesen auf dem Rücken

Ident. Nr.: ÄM 2619

ObjID: obj:594259

Details (Expert)

Beteiligte
G[ustav] Hartmann (1869),
Käufer*in
Datierung
Spätzeit (Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette einer Spitzmaus mit gravierten geflügelten Wesen auf dem Rücken
Übersetzung: Statuette of a Shrew with engraved winged Scarab and Vulture on its back
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze (Material / Metall)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 5,7 x 2,7 x 12,7 cm

Objektbeschreibung

Die kleine Bronzefigur sieht auf dem ersten Blick aus wie eine Spitzmaus, zeigt aber einen Ichneumon, das altägyptische Symboltier für Schutz und Schlagkraft gegen das Chaos. Das schlanke Tier (heute auch als ägyptischer Mungo bekannt) galt den Ägyptern als natürlicher Feind von Schlangen und gefährlichen Tieren, und wurde deshalb mit den Sonnengottheiten wie Atum oder Re verbunden. In der Tiergestalt des Ichneumon sah man ein Wesen, dass das Bedrohliche vertreibt und die Ordnung bewahrt.
Die Statuette zeigt den Ichneumon ruhig stehend, mit aufmerksam vorgestreckter Schnauze. Seine Haltung wirkt wachsam, als sei er bereit, jederzeit eine unsichtbare Gefahr abzuwehren. Besonders faszinierend sind die eingravierten Darstellungen auf seinem Rücken: ein geflügelter Skarabäus und ein fliegender Geier. Beide Motive verstärken die Schutzfunktion der Figur.
Der Skarabäus steht im Alten Ägypten für Wiedergeburt, Sonnenlauf und ständige Erneuerung – ein kraftvolles Symbol für das Besiegen der Dunkelheit. Der Geier wiederum ist das Tier der Göttin Mut oder Nekhbet, Schutzgöttinnen des Königtums und der Lebenskraft. Durch diese Kombination entsteht ein vielschichtiges Bild: Der Ichneumon trägt buchstäblich die solaren und königlichen Schutzmächte auf seinem Rücken.
Gemeinsam formen Tier, Skarabäus und Geier eine kleine, aber bedeutungsvolle Komposition, die die altägyptische Vorstellung von magischem Schutz, Abwehr und kosmischer Ordnung perfekt einfängt. Die Figur stammt aus der Spätzeit (ca. 664 v. Chr.), einer Epoche, in der Kultbronzen besonders beliebt waren und die Verehrung von Tierformen blühte.
L. Witt

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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