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Napf mit Stempeldekor (Blume) und Bemalung

Ident. Nr.: ÄM 20886

ObjID: obj:598248

Details (Expert)

Beteiligte
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Datierung
Meroitisch bis Post-Meroitisch
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 7 x 10,4 cm

Objektbeschreibung

Tonobjekte mit Stempeldekor sind in meroitischer Zeit im Gegensatz zur Bemalung seltener zu finden. Der halbkugelige Napf mit abgerundeter Standfläche stammt aus einem Grab und wurde hinter dem Kopf des Verstorbenen mit weiteren Gefäßen aufgefunden. Reste von Bemalung sind noch erhalten. Sie beschränken sich aber auf zwei horizontale Linien ober- und unterhalb der gestempelten Fläche. Möglicherweise war auch der Raum zwischen den Stempelabdrücken einst bemalt. In vier Reihen sind kleine, nah aneinander gereihte Blumen zu erkennen, die sich nicht alle auf gleicher Höhe befinden, sodass davon ausgegangen werden kann, dass jeder Abdruck einzeln entstand. Funde von Stempeln in einem Hof in der sogenannten Großen Anlage von Musawwarat es-Sufra bezeugen diese Technik.
Stempeldekor lässt sich ausschließlich auf ausgewählter Grab- und Kultkeramik finden und wurde vergleichsweise selten zur Verzierung von Gebrauchsware verwendet.
(N. Overesch)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).