Logo

Anthropomorpher Sarg des Djed-Mut-iu-ef-anch, Wasserträger am Tempel des Amun

Ident. Nr.: ÄM 48

ObjID: obj:604287

Details (Expert)

Datierung
22. Dynastie (Oberägyptisch)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 190,5 x 53,5 x 57 cm
Länge x Breite x Höhe: 189 x 51 x 56 cm (lt. Inv.)
Gewicht: ca. 100 kg

Objektbeschreibung

Der anthropomorphe Sarg gehörte einem Mann namens Djed-Mut-iu-ef-anch, Sohn des Mut-dit-ef. Er war Wasserträger des Amun-Tempels. Sein Sarg datiert in die oberägyptische 22. Dynastie. Unterschiedliche und ungewöhnliche Anfertigungstechniken kann man an verschiedenen Komponenten des Sargdeckels feststellen: Auf dem Sargdeckel wurde vom Kopf bis zur Brust eine Leinwandschicht kaschiert, worauf sich die Grundierung und eine Malschicht befinden. Die Augenbrauen und Augenlider sind aus hartem Wachs modelliert, in vorgeformten Vertiefungen ins Holz eingelassen und bemalt.
Auch das Dekorationsprogramm unterhalb des breiten Halskragens mit einem Phönixamulett ist ungewöhnlich. Es beginnt mit den Ba-Vögeln in den Schulterbereichen. In den beiden folgenden Bildfeldern sind alle vier Horussöhne mit Menschenköpfen dargestellt. Eigentlich werden diese in der Regel menschen-, pavian-, schakal- sowie falkenköpfig abgebildet. Sie tragen zudem die Tracht der Lebenden. Hinter ihnen stehen links ein Falke und rechts ein Reiher auf Standarten. Die mittleren Bildfelder zeigen links den hinter Götterstandarten stehenden Osiris-Fetisch und rechts eine Barke mit dem Sokar-Falken. In den untersten Bildfeldern sieht man Horus und Thot vor den geöffneten Schreinen, in denen sich jeweils eine Mumie befindet. Auf den Schreinen steht jeweils ein Horus-Falke mit der Doppelkrone. Als Abschluss der Dekoration des Sargdeckels des Djed-Mut-iu-ef-anch ist am Fußbereich der Gott Upuaut in Schakalgestalt, auf der Standarte stehend, zweimal zu sehen.
Im Kontrast zu dem aufwendig dekorierten Sargdeckel ist die gelb grundierte Sargwanne des Djed-Mut-iu-ef-anch lediglich mit einem hieroglyphischen, die gesamte Wanne umlaufenden Inschriftenband geschmückt.
(I. Liao nach: Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 80ff.)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)

Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).