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Mumienhülle und Mumie der Nes-Chons-pa-cheret

Ident. Nr.: ÄM 8284

ObjID: obj:604414

Details (Expert)

Datierung
23. Dynastie (Bubastis, Tanis)
Datierung engl.: 23rd Dynasty (Bubastis, Tanis)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mumienhülle und Mumie der Nes-Chons-pa-cheret
Übersetzung: Mummy case and mummy of Neskhonsupakhered
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 32 x 43 x 165 cm (ÄM 8284/01)

Objektbeschreibung

Eines der wichtigsten Ziele altägyptischer Totenbräuche war die unversehrte Erhaltung des Leichnams. Neben der Mumifizierung versuchte man dies dadurch zu gewährleisten, dass die Mumie in einen Sarg als zusätzlich schützende Hülle eingeschlossen wurde. Ursprünglich aus Stein oder Holz gefertigt, ging man ab dem 1. Jtsd. v. Chr. verstärkt dazu über, billigere Kartonage zu verwenden. Diese besteht aus mittels Gipsstuck in Form gebrachter Leinwand, die anschließend vollständig bemalt wurde und somit einen echten Sarg imitierte. Eine solche sogenannte „Mumienhülle“ haben wir auch hier vor uns, dabei kann diese polychrome Verzierung der gesamten Oberfläche als typisch für die 3. Zwischenzeit angesehen werden. Besitzerin ist laut den Inschriften eine Dame namens Nes-Chons-pa-cheret. Auf dem Kopf befindet sich die Darstellung eines Skarabäus, Symbol für die erhoffte Wiedergeburt. Unter dem charakteristischen voluminösen Halskragen wurde das Bild eines geflügelten Falken angebracht, links und rechts davon Darstellungen des Totengottes Osiris mit den sogenannten Horussöhnen, die für den Schutz von Körper und Eingeweiden des oder der Verstorbenen zuständig waren. Den unteren Teil dominieren als weitere Schutzelemente geflügelte Gottheiten, welche den Sonnengott Re-Harachte sowie die Klageriten vollziehenden göttlichen Schwestern Isis und Nephthys darstellen. Die kurze Mittelzeile mit einer standardisierten hieroglyphischen Formel wünscht eine königliche Opfergabe für Osiris, damit dieser im Gegenzug der Verstorbenen ein vollkommenes Begräbnis gewähre. Das Gesicht der Mumienhülle ist mit bräunlicher Farbe bemalt, welche jedoch normalerweise Männern vorbehalten war. Die Inschriften klären das Rätsel auf: Sie belegen die interessante Tatsache, dass die Hülle ursprünglich für einen Mann namens Pa-en-Mut gefertigt worden war. Sein Name wurde später mit demjenigen der Nes-Chons-pa-cheret übermalt, die die Kartonage ohne weitere Umarbeitung für ihre eigene Bestattung wiederverwenden ließ. Der Sarg mit Mumie war ein Mitbringsel der Ägyptenreise des Prinzen Friedrich Karl von Preußen. Nach seiner Rückkehr 1883 ließ der Prinz die Mumie auf der Suche nach Papyri und Schmuck vor einer ausgewählten Gruppe unsachgemäß auswickeln, wobei sie in zahlreiche Teile zerbrach. Ihre Überreste sind heute leider verschollen.
(Jan Moje)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)