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Kopf einer Königin

Ident. Nr.: ÄM 21222

ObjID: obj:605544

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf einer Königin
Übersetzung: Head of a queen
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 20,5 x 22 cm

Objektbeschreibung

Der Statuenkopf aus rotem Sandstein wurde in demselben Raum gefunden, aus dem das Statuenfragment ÄM 21223, der Kopf einer Prinzessin, stammt. Im Grabungstagebuch ist Folgendes festgehalten: „Teile einer lebensgroßen Statue des Königs aus rötlichem Sandstein; erhalten ist die obere Gesichtspartie, halbe Nase, Augen und Stirn in 3 Teilen, Nacken und Teil des Halses in / Teil, Lippe und Kinn fehlen leider; auch diese Arbeit ist nicht vollendet und weist Vorzeichnungen auf. Bruchstücke eines Beines.“ Als die hier angesprochenen „Beinstücke“ konnten die Fragmente ÄM 21312 identifiziert werden. Es ist jedoch nicht eindeutig feststellbar, ob es sich nicht doch um Armbruchstücke handelt. Von den ehemaligen Vorzeichnungen ist heute nur noch sehr wenig erkennbar, lediglich rote Spuren an den Augen weisen darauf hin. Die groben, ohne Binnendetails gestalteten Ohren und die Augen ohne ausgearbeitete Lider bezeugen, dass die Figur nicht zu Ende gearbeitet wurde. Trotz der fragmentarischen und unvollendeten Erscheinung des Kopfes vermittelt er dem Betrachter den Eindruck von Unnahbarkeit und Erhabenheit. Umstritten ist das Geschlecht der dargestellten Person. Die Reste eines Zapfens auf dem Kopf deuten auf eine Kompositfigur mit einer separat angefertigten Krone hin, so dass sich der Personenkreis auf das Königspaar eingrenzen lässt. Ein Vergleich mit den Köpfen ÄM 21220 und 21358 spricht dafür, dass es sich wahrscheinlich um die Darstellung einer Königin, wohl Nofretete, handelt – vermutlich aus der Endphase der Amarnazeit, da der Kopf große Ähnlichkeiten mit ÄM 21358 aufweist, der als „ältere Nofretete“ bezeichnet wird. Dorothea Arnold vermutet bei diesem zuletzt genannten Stück, dass es vom jüngsten Bildhauer der Werkstatt des Thutmosis geschaffen wurde, der in der Nach-Amarnazeit an den Tempeln in Theben tätig war. Trotz dieser Vergleichstücke fallen aber auch die Unterschiede auf, die sich in der relativ breiten Nase, dem gedrungenen Kopf und der dadurch etwas zu breiten Wangenpartie bemerkbar machen. Das Fehlen des Mundes und von einem Teil der Nase ist auffällig. Es ist möglich, dass bei der Grabung nicht alle Fragmente entdeckt wurden; denkbar ist aber auch, dass der Figur absichtlich der Mund ausgeschlagen wurde, was einer „damnatio memoriae“, dem Auslöschen des Andenkens einer Person, gleichkäme. An den Bruchkanten der Fragmente ist nicht erkennbar, ob hier ein Meißel angesetzt wurde. Wenn hier eine beabsichtigte Ausschlagung erfolgt sein sollte, dann wäre die Annahme eines Abbildes des Echnaton ÄM 21222 am sichersten, was der Vermutung der Ausgräber von 1912 entspräche.
Aus: Schmidt, S., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 346 (Kat.-Nr. 128).

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).