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Büste des Königs Echnaton

Ident. Nr.: ÄM 21360

ObjID: obj:606190

Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Büste des Königs Echnaton
Übersetzung: Bust of King Akhenaten
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 57 x 45 x 35 cm

Objektbeschreibung

Mit der Entdeckung dieser außergewöhnlichen Büste des Pharao am 6. Dezember 1912 beginnt die spektakuläre Fundserie in den beiden Kammern des Wohnhauses P 47.2. Borchardt notiert hierzu in seinem Grabungstagebuch: „In dem Eckraum des Hauses, an der NO-Ecke, wohl dem Zimmer neben der breiten Halle, vorläufig noch ohne Nummer, liegt eine in 5 Stücke zerschlagene lebensgroße farbige Königsbüste nicht ganz vollständig. Gesicht leider recht ramponiert. Erhalten sind Brust, Stück des Armes, Hals, Gesicht u. Perücke.“ Erst nach der Bergung dieser Stücke sowie den Fragmenten der kleinen Königinnenstatue (ÄM 21263) und dem Fund des ersten Gipsmodellkopfes eines Mannes (ÄM 21280) arbeitete man sich weiter in die Nordostecke der Kammer vor, in welcher am Nachmittag die bemalte Büste der Königin gefunden wurde. Die Büste des Königs war – neben dem Fund des Pendants in Gestalt der Königin – das einzig farbig bemalte, sogar vergoldete und vollendete Stück unter den Skulpturen in der besagten Doppelkammer. Die antiken Zerstörungsspuren am Kronenband und den Mandragorafrüchten dürften lediglich der Entfernung des kostbaren Blattgolds gedient haben, während die brutale Zerschlagung des Gesichts auf die Damnatio des Königs – eventuell zu einem späteren Zeitpunkt – zurückzuführen sein wird. Auch die Frage der ursprünglichen Aufstellung und des Verwendungskontextes der königlichen Büste wurde an anderer Stelle diskutiert. Deshalb soll hier – trotz abweichender heutiger Interpretationsansätze – Borchardts erste Veröffentlichung der Büste in den Mitteilungen der DOG von 1913 zitiert werden, in welcher er auch auf die Parallele im Louvre (E 11076) eingeht: „Unser Meister Thutmes begnügte sich nun aber nicht damit, nur Gipsmodelle zu machen, die er seinen Punktierern und Gesellen als Vorlagen geben konnte, er hat vielmehr Dinge, auf die es besonders ankam, wie die Porträts des Königspaares, in Kalksteinmodellen mit allen Farben, sogar mit der Vergoldung, bis ins Kleinste ausgeführt, und der Zufall hat es gefügt, dass uns diese Meisterstücke erhalten blieben. Gleich im Eingang der Modellkammer lag die einst sorgfältig ausgeführte Büste des Königs, leider in Stücke zerschlagen, von denen wir 15 in Berlin wieder zusammensetzen konnten (Blatt 4 rechts); etwa 5–6 kleine Ohrfragmente widerstreben noch den Anpassungsversuchen. Das Musée du Louvre ist darin glücklicher gewesen, die Modellbüste, die Bénédite 1905 erwarb (Blatt 4 links), war nur in drei Stücke zerschlagen – Amenophis IV. war eben unbeliebt – und nur verhältnismäßig wenig korrodiert. Schon aus dem Grunde ist die starke Zerstörung der jetzt gefundenen Büste zu bedauern, weil nun ein Vergleich des Meisters der Louvre-Büste mit der des Thutmes in ihrer künstlerischen Bewertung sehr schwer wird. Ich möchte vermuten, er würde, wenn beide gleich erhalten wären, zugunsten des Thutmes ausfallen. Die Modellierung des Mundes und des Halses, namentlich am unteren Ansatz, scheint mir dem Oberbildhauer Thutmes besser gelungen zu sein, namentlich der Mund ist vorzüglich und hat dadurch, dass eine feine schwarze Linie in die Tiefe zwischen die Lippen gelegt ist, direkt etwas sprechendes bekommen.“
Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 334 (Kat.-Nr. 121).

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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