Logo

Sitzgruppe des Renefseneb-Dag und seiner Tochter Daget

Ident. Nr.: ÄM 10115

ObjID: obj:606201

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: Ammenemes IV. (Amenemhet IV.)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 33,5 x 10,5 x 19,3 cm

Objektbeschreibung

Die Gruppe zeigt einen Mann auf einem Sitzmöbel mit kurzer Rückenlehne, zu dessen rechter Seite eine deutlich kleinere Frau abgebildet ist. Seine Oberarme liegen eng am Körper, während die Unterarme sowie die ausgestreckten Hände auf den Oberschenkeln ruhen. Die oberen Enden seines wadenlangen Schurzes sind unterhalb seiner Brust verknotet. Der markante Kopf wird von einem haarlosen, kantigen Schädel mit sehr großen, abstehenden Ohren dominiert. Das Gesicht zeigt einen ernsten, wenngleich selbstbewussten Ausdruck, der vor allem durch die Mundpartie bestimmt ist.
Rechts neben ihm ist bis auf Kniehöhe eine stehende Frauenfigur in einem einfachen knöchellangen Trägerkleid mit langen Haaren dargestellt, von denen zwei Strähnen auf der Brust liegen. Mit ihrer Linken umfasst sie die Wade des Mannes – auch wenn dieser Gestus nur angedeutet wird.
Ohne die Inschrift, die sich auf beiden Seiten des Sitzes befindet, wäre eine eindeutige Zuweisung der Personen nahezu unmöglich. Dieser Inschrift ist zu entnehmen, dass es sich bei der Sitzfigur um den Bierbrauer Renef-seneb-dag zusammen mit seiner Tochter Daget handelt. Der Mann wird als ein „von seinem Herrn geliebter, der in dessen Herzen gerechtfertigt ist, ein Mann des Festes, geliebt von den Myrrhen, vereint mit dem >schönen Tag< [dem Festgelage]“ genannt. In einer Opferformel erbittet er von den Kataraktgöttern Chnum, Satis und Anukis kühles Wasser, das auf Elephantine aus einer der Nilquellen kommt. Insbesondere diese Nennung macht es sehr wahrscheinlich, dass die Statuette auf der Insel im ersten Katarakt in einem der dortigen Heiligtümer aufgestellt war.
Zweifelsfrei lässt sich die Figurengruppe anhand der Kleidung und des Stils zeitlich an das Ende des Mittleren Reiches einordnen."
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)