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Unvollendete Standfigur einer Königin oder Prinzessin

Ident. Nr.: ÄM 21254

ObjID: obj:607129

Schenkung James Simon, 1920

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Unvollendete Standfigur einer Königin oder Prinzessin
Übersetzung: Unfinished figure of a queen or a princess
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 34,2 x 13 x 11 cm

Objektbeschreibung

Die aus rotem Quarzit bestehende unvollendete Statuette einer weiblichen Person fand sich in vier Fragmente zerschlagen sowohl in Raum 18 als auch in Raum 19 des Wohnhauses von P 47.2. Aus der Fundskizzen und ihrer Beschreibung im Grabungstagebuch lässt sich rekonstruieren, dass „das unfertige Mittelstück einer Statuette einer stehenden Frau“ unmittelbar hinter der niedrigen Trennwand in Raum 18 gefunden wurde. In etwa einem Meter Abstand nach Südwesten – fast in der Raummitte – wurden die Brustpartie und ein Stück des Rückenpfeilers geborgen. Das linke Beinfragment wurde hingegen in der Mitte des Raumes 19 gefunden. Leider wurde weder das Höhenniveau noch eine exakte Fundlage der Stücke dokumentiert, und fotografische Aufnahmen der in-situ-Befunde sind bedauerlicherweise in diesen beiden Räumen nie gemacht worden. Leider fehlen auch die Füße und insbesondere der Kopf der Figur, da Letzterer über den Status der weiblichen Person näheren Aufschluss hätte geben können. Ob eine Prinzessin oder gar eine Königin hier in der Haltung einer Standfigur wiedergegeben wurde, lässt sich nicht mehr entscheiden. Alle Körperkonturen, die bereits deutlich akzentuiert sichtbar sind, entsprechen dem Stil der späteren Jahre und zeigen eine zarte weibliche Brustpartie, einen leicht vorgewölbten Leib mit deutlicher Bauchfalte über der Scham, breit ausladende Hüften, ein rundes Gesäß, stämmige Oberschenkel und die charakteristischen durchgedrückten Knie. Die schwarzen Vorzeichnungslinien markieren die weiteren Arbeitsschritte.
Aufgrund des Materials dürfte die Statuette ursprünglich in einem der südlich des großen Hofes gelegenen Werkstätten (in Richtung der Häuser von P 47.1) bearbeitet worden sein, da dort offensichtlich vermehrt Quarzit gefunden wurde, was wiederum für die hochspezialisierte Aufteilung der Arbeitsbereiche innerhalb der Werkstätten spricht.
Aus: Seyfried, F., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 342 (Kat.-Nr. 125).

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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