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Büste eines Königs

Ident. Nr.: ÄM 20496

ObjID: obj:607476

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Büste eines Königs
Übersetzung: Bust of a king
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 21,5 cm

Objektbeschreibung

Die bereits vieldiskutierte Büste aus Kalkstein mit roter und schwarzer Bemalung zeigt einen König der späten Amarnazeit in seinen jungen Jahren. Der Status ist eindeutig an der königlichen Kopfbinde zu erkennen, während die zeitliche Zuweisung aufgrund der Stilistik des Objektes gesichert ist. Um wen es sich jedoch handelt, bleibt ungewiss, da neben der Benennung als Echnaton und Tutanchamun auch Semenchkare in Frage kommt. Der Halskragen ist mit drei schwarzen, geschwungenen Linien gekennzeichnet und lässt nur an einigen Stellen durch rote Farbreste vermuten, dass auch Kettenglieder darauf angedeutet waren. Der kurze Hals wird nahe dem Kinn durch zwei Falten markiert, die zu den typischen Darstellungsneuerungen der Amarnazeit zählen. Das weiche, runde Gesicht und die nur leicht angedeuteten Nasolabialfalten weisen auf die Jugendlichkeit des Pharaos hin. Mit den heruntergezogenen Mundwinkeln folgt die Physiognomie ganz der Tradition der sicher zugewiesenen Porträts des Echnaton, was auf einen seiner Nachfolger hinweist. Die vergleichsweise kleinen und schmalen Augen werden von einem noch partiell erhaltenen Tuschestrich umrahmt. Die Augen waren ursprünglich bemalt und nicht für Einlagen bestimmt. Besonders deutlich rahmen die dicken schwarzen Augenbrauen die obere Gesichtspartie des Königs. Da sich am Hinterkopf der Büste kein Zapfen befindet, ist davon auszugehen, dass dieses Porträt mit einer Perücke bzw. einem Kopftuch anstatt einer in die Höhe reichenden Krone versehen werden sollte. Bei dem Haus P 49.6, aus dem das Objekt stammt, handelt es sich um eine Bildhauerwerkstatt, ähnlich der, die dem Künstler Thutmosis (P 47.1–3) zugeschrieben wird. Das Anwesen ist jedoch bedeutend kleiner und anders strukturiert. Zum selben Fundkontext wie die Büste (aus Raum 6) gehören die berühmten ineinanderfassenden Hände (ÄM 20494) sowie die unfertige Gesichtseinlage des Königs (ÄM 22275) aus gelbem Sandstein (aus Raum 5).
Aus: Weber, A., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 414 (Kat.-Nr. 201).

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)