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Mumienporträt der Aline

Ident. Nr.: ÄM 11411

ObjID: obj:607538

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: 1.–2. Jh. n. Chr.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mumienporträt der Aline
Übersetzung: Mummy portrait of Aline
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42 x 33 x 2 cm

Objektbeschreibung

Richard von Kaufmann, ein Berliner Kunstsammler, führte 1892 eigene Ausgrabungen in Hawara, einem Ort im Fayum, durch. Er stieß auf eine römerzeitliche Grabkammer in der insgesamt acht übereinander gestapelte Mumien lagen. Ganz unten kam eine Mumie mit dem gemalten Bildnis einer reifen Frau zutage, in deren unmittelbarer Nähe eine Stele (ÄM 11415) stand. Die griechische Inschrift nennt den Namen einer Aline, das Sterbealter von 35 Jahren und ein Jahr 10 eines nicht genannten Kaisers. Alle diese Angaben bezieht man auf die weibliche Bestattung, von der heute lediglich das Bild erhalten geblieben ist. Dieses wurde noch vor Ort von der Mumie isoliert und die Mumie selbst ausgewickelt. Der Ausgräber trennte zudem den Kopf ab mit der Absicht diesen dem Mediziner Rudolf Virchow zwecks einer Gesichtsrekonstruktion zu übergeben, was auch umgesetzt wurde. Leider sind uns heute jegliche Möglichkeiten genommen diese Arbeiten unter Einsatz moderner Untersuchungsmethoden zu prüfen, da der Kopf wie auch alle anderen Körperpartien heute nicht mehr auffindbar sind. Somit bleibt ungelöst, ob es sich um ein echtes Porträt handelt oder aber eine idealisierte Darstellung der Verstorbenen.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)