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Bemalter Becher mit zwei antithetisch angeordneten Schlangen, die Anch-Zeichen im Mund haben umgeben von Blütenstengeln

Ident. Nr.: ÄM 20821

ObjID: obj:756504

Details (Expert)

Beteiligte
Francis Llewellyn Griffith (27.5.1862 - 14.3.1934),
Grabungsleiter*in
Datierung
Meroitisch bis Post-Meroitisch
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 8,7 x 9,9 cm

Objektbeschreibung

Der dünnwandige Becher weist eine steile, leicht konische Gefäßwandung auf sowie einen abgerundeten Boden mit Standfläche. Die Bemalung mit rotbrauner Farbe erstreckt sich über die Außenwand des gesamten Gefäßes. Knapp unterhalb des Randes und oberhalb des Bodens verlaufen je zwei horizontale Linien, welche auf der Außenseite als Begrenzung der Dekoration dienen. Da die doppelten Linien in gleicher Höhe auf der Innenseite zu finden sind, könnte es sich hierbei zudem um eine Dekoration für das Anzeigen einer Füllmenge handeln. Von diesen eingerahmt, kriechen zwei Schlangen aufeinander zu. Beide tragen ein waagerechtes Anch-Zeichen im Maul, ein altägyptisches Motiv, das in der meroitischen Zeit sehr häufig in Kombination mit der Schlange auftritt. Zusammen mit den abwechselnd oberhalb und unterhalb der Schlange aufgemalten Lotosknospen symbolisieren die drei Motive das Leben, die Wiedergeburt und die Ewigkeit. Becher mit Darstellungen dieser Art finden sich häufig in meroitischen Gräbern und sollten, wie auch unser Exemplar, dem Verstorbenen ein geschütztes Leben nach dem Tod garantieren.
(N. Overesch)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).