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Statuette des sitzenden Gottes Thot

Ident. Nr.: ÄM 8687

ObjID: obj:756560

Details (Expert)

Datierung
Spätzeit
Datierung engl.: Late Period
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette des sitzenden Gottes Thot
Übersetzung: Statuette of the seated god Thoth
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11,2 x 3,3 x 5,2 cm

Objektbeschreibung

Der sitzende Gott Thot zeigt sich hier als Mischwesen mit einem nicht mehr vollständigen Ibiskopf. In seiner Eigenschaft als Mondgott sitzt auf seinem Scheitel eine Mondscheibe in der Mondsichel, ergänzt um eine Uräusschlange. Er trägt zudem eine Strähnenperücke und einen plissierten, dreigeteilten Schurz. Wegen seiner zahlreichen Funktionen und vielfältigen Beziehungen zu anderen Göttern ist seine Verehrung in nahezu allen Zentren des Niltals belegt. So war eine seine vielen Eigenschaften die des Mondgottes mit der er unter anderem die Jahreszeiten und Mondphasen regulierte. Außerdem wurde er mit der Astronomie und Mathematik assoziiert.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 23.06.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).