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Uschebtikasten mit drei Deckeln

Ident. Nr.: ÄM 252

ObjID: obj:757041

Details (Expert)

Datierung
21. Dynastie (3. Zwischenzeit -> Ägypten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Uschebtikasten mit drei Deckeln
Übersetzung: Shabti box with three lids
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz (Material); grundiert, bemalt
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 46 x 77 x 53 cm

Objektbeschreibung

Der hier vorliegende Uschebtikasten stammt aus der 21. Dyn. (1070 -946 v. Chr.) und gehört dem “Priester und obersten Schreiber des Amuntempel” Har-em-chebet aus Theben. Er ist weiß grundiert und auf allen vier Seiten bemalt. Der Verstorbene ist hier links und rechts vor dem in der Mitte stehenden Gott Horus dargestellt. An den beiden Schmalseiten steht er vor dem Gott Osiris mit einem gedeckten Speisetisch. Auf der Rückseite befinden sich die vier Horussöhne, welche den Verstorbenen beschützen sollten. Begleitet werden die Darstellungen von hieroglyphischen Beischriften. Diese erwähnen die Namen der Horussöhne, die Titel und den Namen des Verstorbenen. Abgeschlossen wird der Uschebtikasten von drei Deckeln, welche ebenfalls vertikale Inschriften besitzen, die auch hier die Titel und den Namen des Verstorbenen nennen.
Im Alten Ägypten glaubten die Menschen an eine Existenz nach dem Tod. Um sich auf das Jenseits vorzubereiten, wurden den Menschen bestimmte Grabbeigaben mitgegeben. Darunter waren zum Beispiel sogenannte Uschebti, die es seit dem Mittleren Reich (2119 -1794 v. Chr.) in Ägypten gibt. Die Figuren, die der verstorbenen Person ins Grab mitgegeben wurden, sollten die Arbeit im Jenseits für die verstorbene Person übernehmen. In ihrer Form ähnelten sie Mumien, was verdeutlicht wurde durch die Scheinbestattung in Modellsärgen, welche für die Figuren angefertigt wurden. Diese Modellsärge reichten bis ins Neue Reich (1550-1070 v. Chr.), in dem sie von Holzkästen abgelöst wurden. Die sogenannten Uschebtikästen bestanden bis zum Ende des antiken Ägypten und veränderten sich in diesem Zeitraum leicht in ihrer Form. Auch ihre Größe wandelte sich. Im Idealfall waren der verstorbenen Person 365 Uschebti, für jeden Tag einer, mitgegeben worden. Diese Anzahl sowie die Uschebti selbst wurden im Laufe der Zeit stetig kleiner, wodurch sich der Wandel der Kästen erklären lässt.
B. Moritz

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Kleine Glocke

Kleine Glocke

Glocken sind keine moderne Erfindung. Aus Ton oder Bronze gefertigt, dienten sie schon in der Antike vielfältigen Zwecken. In Ägypten sind sie erst nach dem späten Neuen Reich (etwa um 1000 v. Chr.) archäologisch nachweisbar und wurden zunächst aus dem Nahen Osten importiert. Erst ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. treten Glocken häufiger auf. Obwohl sie ursprünglich kein regulärer Bestandteil von Grabbeigaben waren, nimmt ihre Verbreitung im Laufe der Zeit zu, bis sie in der ptolemäischen Zeit in einer breiteren Vielfalt von Kontexten erscheinen.Glocken gehören zu der Instrumentengruppe der Idiophone („Selbstklinger“), die als Ganzes oder in Teilen selbst schwingend ihren Ton erzeugen. Aufgrund ihres hellen und klaren Tons fanden sie Verwendung bei Kulthandlungen und Tempelfesten, erfüllten jedoch zugleich schützende und magische Funktionen. Ihrem Klang schrieb man die Fähigkeit zu, böse Kräfte abzuwehren, wodurch sie sich auch als Amulette und Grabbeigaben etablierten, insbesondere im Zusammenhang mit Kindern.Diese Vorstellung entspricht grundsätzlich der im Nahen Osten verbreiteten Idee von der apotropäischen Wirkung von Lärm. Diese Vorstellung war jedoch in der ägyptischen Kultur bereits angelegt. Die schützende Kraft von Musik war schon zuvor auf andere Instrumente – etwa Tamburine und Zimbeln – übertragen worden, was die schnelle Integration der Glocken in bestehende religiöse Praktiken erklärt.Die schützende Bedeutung von Lärm war in Ägypten eng mit der Gottheit Bes verknüpft. Spätestens seit der Regierungszeit Amenophis’ III. (1388–1351 v. Chr.) zählt das Tamburin zu den charakteristischen Attributen des Bes, mit dem er in seiner Funktion als Beschützer von Kindern böse Geister vertreibt. Damit waren sowohl Bes als auch der rituelle Einsatz von Lärm bereits fest in einem Schutzkontext verankert, insbesondere im Hinblick auf Kinder. Vor diesem Hintergrund erscheint es plausibel, dass Glocken bewusst an diese bestehenden Traditionen anknüpften. Begünstigt durch die Schutzfunktion des Bes und seine Verbindung zu lärmenden Ritualpraktiken entwickelten sich Glocken zunehmend zu abstrakten Schutzamu¬letten und verloren dabei teilweise ihre ursprüngliche Funktion als Klanginstrumente.Aufgrund ihres wiederholten Auftretens in Bestattungskontexten sind Glocken in Ägypten daher primär als Objekte ritueller Bedeutung zu verstehen. Zugleich erweiterte sich ihr Gebrauch über den rein funerären Kontext hinaus. Es ist anzunehmen, dass Glocken auch im Alltag getragen wurden. Darauf weist ihr häufiges Auftreten zusammen mit anderen Amuletten hin, die nachweislich zu Lebzeiten verwendet wurden und dem Schutz ihrer Träger dienten.Der Glockenkörper des Objekts ÄM 15842 besteht aus gegossener Bronze; am oberen Ende befindet sich eine vorgeformte Aufhänge-öse.I. Regulski

Unterteil eines Gegengewichts (Menit) des Harsiese, Hoherpriester des Amun von Theben

Unterteil eines Gegengewichts (Menit) des Harsiese, Hoherpriester des Amun von Theben

Die leicht gewölbte Bronzeplatte, die reichlich mit Kupfer-, Silber- und Goldeinlagen dekoriert ist, ist der Unterteil eines Gegengewichts, eines sog. Menits. Ein Menit, das aus einem Strang von Perlenketten und einem Gegengewicht besteht, ist zugleich Schmuckstück, Rasselinstrument und Kultsymbol der Göttin Hathor.Im ovalen zentralen Bildfeld ist links eine löwenköpfige Göttin thronend dargestellt. Sie hält in ihren Händen ein Anch-Zeichen und ein sogenanntes Wadjet-Zepter, dessen Oberteil die Form einer Papyrusdolde – Symbol des Wachstums – annimmt. Die Inschrift vor der Göttin bezeichnet sie als „Mut-Sachmet-Bastet“. Die drei Göttinnen, die alle löwenköpfig auftreten können, sind also hier zu einer verschmolzen. Ihr gegenüber steht ein nackt dargestelltes Kind mit seitlicher Jugendlocke und einer Kappe mit der Uräusschlange an der Stirn. Die Uräusschlange an seinem Kopfschmuck weist hin als königliche Person aus. Er reicht Sachmet ein Sistrum mit dem Gesicht der Göttin Bat; in seiner anderen Hand hält er ein Menit. Die Inschriften zwischen Sachmet und dem Kind kennzeichnet es als der Priester, Stadtvorsteher und Wesir namens Harsiese aus. Die zwei zentralen Figuren werden von den Schutzgöttinnen der beiden Landesteile Ägyptens auf ihren Wappenpflanzen, die Geiergöttin Nechbet auf den Lotusdolden für Oberägypten und die Uräusschlangengöttin Uto auf den Papyruspflanzen für Unterägypten, flankiert. Des Weiteren füllen das mittige Zeichen für die Vereinigung der beiden Länder sowie jeweils seitlich davon zwei Rechit-Vögel über Körben, die für die Urbevölkerung Ägyptens stehen, den Platz unterhalb der Standlinie.Harsiese, dessen Name wörtlich „Horus, Sohn der Isis“ heißt, regierte als Hohepriester von Amun in Theben als Gegenkönig zu dem libyschen Herrscher Takelot I. in Unterägypten in der 22. Dynastie (Dritte Zwischenzeit). Er nimmt in dieser Szene auf dem Menit die Ikonographie des gleichnamentlichen Kindgottes an und präsentiert sich als göttlich legimitierter Regent über das Gesamtägypten vor der löwenköpfigen Göttin. Auch wenn Harsiese in Wirklichkeit lediglich ein Lokalherrscher war, nutzte er das Objekt als symbolische Manifestation seines politischen Anspruchs bzw. seiner „Pseudoherrschaft“ über die beiden Landesteile.(I. Liao)

Figurengruppe mit der thronenden Neith und vor sich zwei Horusknaben sowie den Stifter

Figurengruppe mit der thronenden Neith und vor sich zwei Horusknaben sowie den Stifter

Diese bronzene und teilvergoldete Figurengruppe lässt sich in die ägyptische Spätzeit datieren, genauer in die Regierungszeit von König Necho II (610 – 595 v. Chr.), der in der 26. Dynastie regierte. Die Figurengruppe stammt vermutlich aus der Stadt Sais im ägyptischen Delta. Die Hauptgöttin von Sais war Neith, die auch die Göttin der Schöpfung und des Krieges war. Im Zuge der 26. Dynastie wurde Sais zur Hauptstadt des Reiches, und Neith entwickelte sich zur Reichsgöttin und erlangte eine deutlich größere Bedeutung. Im Mittelpunkt dieser Figurengruppe und am Größten dargestellt ist die Göttin Neith, die thronend über die zwei Kindgötter und den Stifter hinweg blickt. Neith ist mit einem anliegenden Gewand dargestellt. Sie sitzt auf einem kleinen Thron, der nur eine niedrige Rückenlehne aufweist. Auf ihrem Kopf trägt sie die Krone von Unterägypten, die heute teilweise zerstört ist. Ihre Hände sind zu Fäusten geballt und ihre Füße ruhen auf einem kleinen Hocker. Die Augen der Göttin waren vergoldet. Zudem finden sich Oxidationsspuren an der Krone, am Brustschmuck und an den Armringen, was ebenfalls auf eine Vergoldung schließen könnte. Die beiden Horus-Knaben sind nackt, mit Jugendlocke und mit ihrem rechten Finger am Mund dargestellt. Der von Neith aus rechts dargestellte Horusknabe trägt die Doppelkrone, während der von Neith aus links dargestellte die Krone von Unterägypten trägt. In geringerem Abstand davor befindet sich der Stifter, der knieend dargestellt ist und einen Weinkrug hält. Auf dem Sockel befindet sich eine Inschrift. Diese Figurengruppe ist nicht ungewöhnlich. Die Konzeption von Neith zusammen mit den beiden Horussöhnen ist ein typisches Motiv des Kultes von Sais, denn alle bekannten Objekte, die diese Figurengruppe zeigen, stammen aus Sais. Die beiden Horussöhne verkörpern den Kult der Neith, wie er in der Person der Göttin für die beiden Hälften Ägyptens repräsentiert wird: als Neith des Südens und als Neith des Nordens.Das Besondere an dieser Figurengruppe ist jedoch die Darstellung des Stifters vor der Göttin Neith. Möglicherweise war er ein Priester der Neith, der ein großes Ansehen genoß und eng mit der Göttin, durch z.B. den Kult, verbunden war und sich aufgrund dessen dazu entschied, sich zusammen mit der Göttin darstellen zu lassen. Er könnte auch „nur“ eine Person von besonders hohem Rang gewesen sein, beispielsweise ein Familienangehöriger des Königs, der die Möglichkeit hatte, sich gemeinsam mit der Gottheit darstellen zu lassen und sich mit der Darstellung von Neith verewigen wollte. Vielleicht war er auch ein Militärbeamter – Neith war schließlich eine Kriegsgöttin – der bei einem im Namen der Göttin aufgeführten Auftrag ums Leben kam und deshalb von seinen Nachkommen in dieser Form dargestellt wurde. M. Suckau

Kuboide Statue ("Würfelhocker") des Amenemopet

Kuboide Statue ("Würfelhocker") des Amenemopet

„So relativ zahlreich Bildnisse von Echnaton, Nofretete und der weiteren königlichen Familie erhalten sind, in so geringerem Umfang existieren Zeugnisse dafür, wie sich der Umbruch von Amarna auf die übrige Plastik dieser Epoche ausgewirkt hat. Zu den drei oder vier eindeutigen Beispielen sind erst in jüngster Zeit zwei weitere gekommen, die beide für die Berliner Sammlung erworben werden konnten. Eines dieser beiden Werke ist das Bildnis des Amenemopet, eines Vorstehers der Nekropolenhandwerker in Memphis. Die Plastik zeigt Amenemopet in der Gestalt des sogenannten Würfelhockers, einer Form der ägyptischen Rundbildkunst, in der ihre Neigung zu höchster Konzentration den intensivsten Ausdruck findet. Der Dargestellte sitzt dabei auf dem Boden, die aufgestellten Beine eng an den Körper herangezogen und mit diesem so sehr zu einer Form verschmolzen, daß selbst Füße und Hände vielfach nur noch angedeutet daraus hervortreten. Das Gesicht des Amenemopet erinnert in der Überbetonung von Augen und Mund stark an die Echnaton-Bildnisse der frühen Amarnazeit, so daß seine Entstehung in eben dieser Periode wahrscheinlich ist. In dieselbe Richtung weist auch die Inschrift, die zwar einleitend Aton nennt, dann aber u. a. Osiris und Hathor und in der weiteren Formulierung ganz im Rahmen der üblichen Totengebete der 18. Dyn. bleibt.“Aus: Kaiser, Werner (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Östlicher Stülerbau am Schloss Charlottenburg, Berlin 1967, S. 70.

Orakelstatue der Aphrodite Arsinoe II. Philadelphos in griechisch-ägyptischem Stil

Orakelstatue der Aphrodite Arsinoe II. Philadelphos in griechisch-ägyptischem Stil

Die Statue aus der Villa Hadriana vereint charakteristische Merkmale sowohl der ägyptischen als auch der griechischen Kunst. Der lokale dunkle Stein und die schreitende Haltung der Königin spiegeln den ägyptischen Stil wider, während das dünne, faltenreiche Gewand, das sich hinter den Beinen faltenreich staut, und die symmetrisch angeordnete Lockenfrisur an griechische Meisterwerke erinnern. Das Gesicht mit flachen Wangen, weit geöffneten Augen und markanten Ohren ist typisch für die Bildnisse ptolemäischer Herrscherinnen. Auch die als Diadem getragene Stirnbinde gilt als Symbol für Herrscherkult und Deifizierung (Vergöttlichung).Die Statue trägt einerseits die Porträtzüge der um 270 v. Chr. vergöttlichten Arsinoe II. Philadelphos, die in einem Kult verehrt wurde. Sie war die älteste Tochter von Ptolemaios I. und heiratete ihren Bruder Ptolemaios II., was den Beginn einer Reihe ähnlicher Verbindungen in der ptolemäischen Dynastie markierte. Die Verbindung der vergöttlichten Arsinoe mit Aphrodite ist durch zeitgenössische Quellen belegt. Andererseits ist sie als Nischenstatue konzipiert, mit einer roh belassenen Rückseite. Unterhalb des Halses befindet sich eine Bohrung, die durch den Körper verläuft und am Rücken austritt. Beide Merkmale deuten darauf hin, dass die Statue als Orakelstatue diente, an die Menschen mit praktischen Fragen herantraten. Mit Hilfe eines aus der Bohrung in den Nebenraum geleiteten Rohres konnte orakelt werden. Arsinoe II. Philadelphos war also auch als kultische Ratgeberin gefragt. Von der Statue sind der Körper, die Oberschenkel und der linke Arm original antik; die übrigen Teile wurden später ergänzt. Das linke Bein und der Fuß passen zueinander, während das rechte Bein und der Fuß nicht genau zusammenpassen. Diese Ungenauigkeiten wurden geschickt durch die Gewandfalten kaschiert. Die stilistischen Besonderheiten der Skulptur deuten darauf hin, dass sie möglicherweise ein Werk des römischen Eklektizismus ist, bei dem Elemente verschiedener vergangener Stile kombiniert wurden. Einige der Ergänzungen könnten auch im 18. Jahrhundert entstanden sein.I. Regulski

Standfigur einer Königin oder Göttin

Standfigur einer Königin oder Göttin

Die Statue zeigt eine stehende Frau mit vorgestelltem linken Bein. Auf der Rückseite befindet sich ein sehr flacher, rechteckig abschließender und unbeschrifteter Rückenpfeiler. Die Arme hängen vertikal eng am Körper herab und in der rechten Hand hält die Figur einen Schattenstab. Sie ist mit einem glatten Gewand bekleidet, das bis auf die Unterarme den gesamten Körper bedeckt. Unter dem Gewand, vor allem im Bereich der Brüste und des Bauches, tritt der schlanke Körper deutlich hervor. Den Kopf bedeckt eine dreiteilige Perücke, deren seitliche Teile bis auf die Brust reichen. Oberhalb der Ohren umgibt diese ein bereits horizontales Band mit einem Uräus über der Stirn; plastisch kaum abgesetzt läuft es am Hinterkopf in den Rückenpfeiler hinein. Auf der Kalotte befinden sich ein quadratisches Zapfenloch und eine sorgfältig aufgeraute Fläche für den Kronenaufsatz. Das Gesicht ist oval, das Karnat voll und faltenlos. Infolge der Uräusschlange wurde die Statue stets unter die Königinnenbildnisse eingereiht, obgleich diese auch bei Göttinnen gut bezeugt ist. Ohne weitere Epitheta oder eine Inschrift ist diese Statue daher nicht eindeutig als Königin oder Göttin zu identifizieren.Auch stilistisch ist ihre Einordnung umstritten. Einerseits werden die konventionellen Elemente als Hinweis für eine Datierung in die ausgehende Spätzeit gewertet, andererseits wird die Statue ohne nähere Erläuterungen in die ptolemäische Zeit datiert. Kaum zu beantworten ist die Frage, welcher der frühen Ptolemäerinnen dieser Statue darstellen könnte.(J. Helmbold-Doyé)

Standfigur des Meh-Chonsu (Mx-Cnzw), eine Osirisfigur haltend (Theophor)

Standfigur des Meh-Chonsu (Mx-Cnzw), eine Osirisfigur haltend (Theophor)

Die qualitativ sehr gut bearbeitete Bronzestatuette eines Gottesvaters des Chons namens Meh-Chonsu stellt den kahlköpfigen Priester in schreitender Haltung dar, der in einem langen, plissierten Schurz mit Vorbau, glattem Ärmelhemd und Sandalen gekleidet ist. Um seinen Hals hängt ein Amulett in Form des falkenköpfigen Mondgottes Chons. Seine Hände liegen auf dem Vorderteil des Schurzes und berühren fast die Schultern einer Osirisstatuette, die sich vorne halbrundplastisch auf dem Schurz befindet. Auf der rechten Seite des Schurzes ist außerdem im erhabenen Relief ein Priester mit einem Räucherarm in seiner rechten Hand dargestellt; auf der anderen Seite sieht man noch einmal denselben Priester im erhabenen Relief, der zwei kugelartige Objekte in den Händen hält. Die Beischriften nennen ihn als Pa-scheri-(en)-Iset. Auf dem Oberkörper des Meh-Chonsu sind weitere, feine Dekorationen in Gravuren vorhanden. Auf dem Rücken ist in einem rechteckigen Bildfeld die Götterfamilie Osiris, Horus und Isis unter einer Himmelshieroglyphe dargestellt. Auf den Ärmeln des Hemdes sieht man rechts den menschengestaltigen Amun-Re mit Doppelfederkrone und links den ithyphallischen Amun von Luxor.Die theophore Statuette des Meh-Chonsu zeigt eine Darstellung des Darbringens einer Götterfigur bzw. des Beschütztseins durch den Gott Osiris, wobei er auch von anderen dargestellten Gottheiten, wie Chons und Amun, beschützt ist. Der an den Körperseiten dargestellte Priester Pa-scheri-(en)-Iset, höchstwahrscheinlich ein Familienangehöriger des Meh-Chonsu, opfert gleichzeitig dem Gott Osiris sowie dem Besitzer der Statuette Meh-Chonsu. ÄM 23732 gehört zu einer relativ kleinen Gruppe von besonders qualitätsvoll tauschierten Metallstatuen der Dritten Zwischenzeit. Die separat angefertigten Arme sind ebenfalls typisch für ihre Entstehungszeit.(I. Liao)