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Opferplatte mit Götterdarstellungen und meroitischer Inschrift, in der der Name des Königs Takideamani genannt wird

Ident. Nr.: ÄM 2255

ObjID: obj:757648

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Datierung
Takideamani
Datierung engl.: Takideamani
Weitere Titel
Sammlungstitel: Opferplatte mit Götterdarstellungen und meroitischer Inschrift, in der der Name des Königs Takideamani genannt wird
Übersetzung: Offering plate with a depiction of gods and a Meroitic inscription including the name of king Takideamani
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 66 x 51 x 11 cm

Objektbeschreibung

An der Ostseite der meroitischen Pyramiden wurden Grabkapellen errichtet in denen sich Opfertafeln fanden. Diese sehen in ihrer Grundform sowohl in Ägypten als auch im Sudan gleich aus und bestehen aus einer rechteckigen Platte mit einer vorspringenden Abflussrinne. Die Form geht ursprünglich auf das Hieroglyphenzeichen „hetep“, „Opfer“, zurück. In der Mitte findet sich auf königlichen Opfertafeln häufig die Darstellung einer Szene, für die es in der ägyptischen Ikonographie kein Vorbild gibt: Die Göttin Nephthys und der Gott Anubis gießen Wasser oder Milch auf einen Opferaltar. Anubis versorgt den Toten, und Nephthys hilft ihrer Schwester Isis, die den toten Osiris beklagt und beschützt. So verweist die Szene auf die Identifizierung des Toten mit der jenseitigen Welt und den Gott Osiris.
Die Opfertafel für einen König Takideamani stammt vermutlich aus der Grabanlage Beg. N. 29 im Nordfriedhof von Meroë. Ihr Text ist entgegen der sonst üblichen Beschriftung der Opfertafeln mit kursiven meroitischen Schriftzeichen ausnahmsweise in meroitischen Hieroglyphen geschrieben. Anhand dieses Fundes konnte einer der ersten Wissenschaftler der sich mit der meroitischen Sprache beschäftigt hat, der Engländer F. Ll. Griffith, bereits 1910 nachweisen, dass Hieroglyphen und lineare Zeichen ausgetauscht werden konnten.
Aufgrund der starken Formalisierung der Inschriften können einige Passagen von dem Text heute sicher andere nur mit unsicherer Übersetzung verstanden werden:

"O Isis und Osiris, Takide-amani ist es, den Napata-dacheto geboren hat, den Adeqetali gezeugt hat,
reichlich Kuchen (?) möget ihr [Götter ihm] geben,
gutes Bier (?) möget ihr [ihm] geben,
die Speise der Güte (?) möget ihr [ihm] darbringen."
(Übersetzung nach: F. Breyer, Einführung in die Meroitistik, Berlin 2014, S. 295-298.)

(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Grabrelief des Königs Amanitenmemide, von Isis geschützt

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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

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