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Mittlerer, anthropomorpher Sarg des Ken-hor, Priester des Min

Ident. Nr.: ÄM 8498

ObjID: obj:762179

Details (Expert)

Beteiligte
Émile Brugsch (24.2.1842 - 14.1.1930)
Datierung
23. Dynastie (Bubastis, Tanis)
Datierung engl.: 756 BCE to 712 BCE, 23rd Dynasty (Bubastis, Tanis)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mittlerer, anthropomorpher Sarg des Ken-hor, Priester des Min
Übersetzung: Anthropoid middle coffin of Ken-Hor, the Priest of Min
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 211 x 63 x 75 cm

Objektbeschreibung

Der mittlere, anthropomorphe Sarg des Ken-Hor ist schlicht ausgestaltet. Sowohl der Deckel als auch die Wanne sind mit roter Farbe grundiert, die in altägyptischer Farbsymbolik für Dauer und Wiederauferstehung steht. Das Gesicht des Sargdeckels ist als Regenerationssymbol und in Bezug auf Osiris grün bemalt. Eine fein gesträhnte, dunkle Perücke umrahmt das Gesicht. Über der Perücke lassen sich Reste von Federstirnband und Flügelhaube ohne Sonnenscheibe erkennen. Zwischen den Haarsträhnen schmückt ein Brustbild mit zwei Registern den Sargdeckel. Im oberen Register sieht man die Göttin Isis vor Osiris. Im zweiten Register ist das Aufrichten des Abydos-Fetischs dargestellt. Unterhalb des Halskragens ist ein vertikales Inschriftenband, mit einer Opferformel an Ptah-Sokar-Osiris, die Unterwelt durchziehende Nachtsonne, auf dem ein Schakal liegend dargestellt ist, das einzige Dekorationselement am Körperbereich des Sargdeckels. Die Wanne, die im Vergleich zu dem relativ flachen Deckel tief ausgearbeitet ist, blieb undekoriert.
(I. Liao nach: Brech, R., Spätägyptische Särge aus Achmim. Eine typologische und chronologische Studie, Gladbeck 2008, S. 76; Germer, R. / Kischkewitz, H. / Lüning, M., Berliner Mumiengeschichten. Ergebnisse eines multidisziplinären Forschungsprojektes, Regensburg 2009, S. 127.)

Letzte Aktualisierung: 13.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Hor-chebt, Priester der Isis

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Die Statue ist in sitzender Position auf einem massiven, blockhaften Stuhl wiedergegeben. Sie trägt ein bis zu den Knöcheln reichendes, glattes Gewand, das keine weiteren Details erkennen lässt. Oberkörper und Füße sind heute leider verloren, die erhaltene Oberfläche wurde teilweise stark beschädigt. Beide Unterarme ruhen auf dem Schoß mit noch in Ansätzen erhaltenen Händen, der Dargestellte hielt einst ein heute nahezu völlig zerstörtes, göttliches Emblem vor sich, den Inschriften nach zu urteilen wohl eine Manifestation einer der in den Hieroglypheninschriften genannten Gottheiten. Die somit als theophor zu bezeichnende Statue ist daher in den Kontext einer Tempelstiftung zu verorten. An beiden Seiten des Sitzes befinden sich jeweils vier Zeilen eines eingravierten Hieroglyphentexts, während die Sockelzone und der oberhalb der niedrigen Rückenlehne ansetzende, schmale Rückenpfeiler unbeschriftet geblieben sind. Die Inschrift der linken Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Osiris-den-Herrscher, zu-Gast-im-Fayûm, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters der Isis, Wärters des Horus, Priesters der Bastet (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“ Die Inschrift der rechten Seite lautet: „Der König gebe ein Opfer an Sobek von Schedet, damit jener gebe ein Totenopfer den Ka des Priesters des Sobek-Horus, Dieners im Tempel-Sanktuar, berichterstattenden Priesters, der seinen Herrn ankleidet im Tempel von Krokodilopolis (namens) Hor-achbit, Sohnes des Gleichbetitelten Harsomtus.“Ein lokaler Priester namens Hor-achbit hat also nach Auskunft der Inschriften diese Statue gestiftet. Er war den Titeln gemäß für zahlreiche Gottheiten zuständig, wenn auch Ämterhäufungen in der Spätzeit nicht unbedingt der Realität entsprochen haben müssen und jene vielleicht teilweise eher Rang- denn Amtstitel waren. Priester der Isis, als Mutter des Sobek von Schedet, sind im Fayûm nur äußerst selten belegt. Auch für Bastet-Priester sind nur zwei weitere Belege vorhanden, so dass diese Statue eine wichtige Quelle für das spätzeitliche Kultgeschehen im Fayûm darstellt, zumal wir vom Haupttempel von Schedet in dieser Zeit nicht allzuviel wissen. Hor-achbit selbst ist aus anderen Quellen übrigens bislang nicht bekannt.Die Nennung von Schedet als Kultort einer Lokalform des krokodilgestaltigen Gottes Sobek verweist dabei auf die ursprüngliche Aufstellung. In diesem Ort im Fayûm, griechisch Krokodilopolis, heute Medinet al-Fayûm, wurde die Statue von Heinrich Brugsch gefunden. Dies spricht dafür, dass sie einst in den Ortstempel des lokalen Sobek in der Hauptstadt des Fayûm gestiftet worden sein dürfte(Jan Moje)